Die Wahrheit über den 29. Spieltag

Wieder machte es der BVB spannend. Sogar der Lieblingsgegner Wolfsburg, der allerdings seine letzten drei Partien gewonnen hatte, konnte die Dortmunder nach einer 2:0-Führung noch einmal unter Druck setzen, und das konnte passieren, weil die Dortmunder wieder einige dicke Chancen großzügig vergeben hatten oder wie Kuba nur die Latte traf, was dem BVB schon zum 18. Mal passiert ist. Wo könnte man stehen, wenn die alle reingegangen wären? Natürlich auch nur auf Platz eins, aber niemand würde vom Finale am Mittwoch gegen Bayern sprechen, weil man dann vermutlich schon weit über 70 Punkte hätte. Wie schön, daß man sich im Fußball all diese müßigen Gedanken machen kann, denn nur diese machen aus dem Fußball eine kommunikative Angelegenheit. Der Schiedsrichter trifft eine Entscheidung und löst damit u.U. eine Welle der Empörung und der Diskussion aus. Wie in Wolfsburg, als der Mann in Schwarz keinen Elfer geben wollte, als Lewandowski und Kagawa im Strafraum gelegt wurden, dabei weiß doch jeder, daß sich die Dortmunder nicht fallen lassen, sondern spielerisch zum Erfolg kommen wollen, was sie auch so sympathisch macht. Dadurch zog Herr Dingert aus Lebecksmühle die Spannung unnötig in die Länge, denn nach dem Wolfsburger Anschlußtreffer in der 61. Minute dauerte es eine halbe Stunde, bis das erlösende Kontertor durch Lewandowski fiel. (Es wäre mal eine Untersuchung wert, warum fast alle Schiedsrichter aus hinterletzten Käffern stammen wie Burgdorf, Oberasbach oder solchen vorbelasteten Orten wie Pullach. Wenn da mal keine Minderwertigkeitskomplexe eine Rolle spielen!) Vor allem Gündogan glänzte und schaffte es sogar in die BamS-Elf des Tages. Jetzt macht er es Klopp schwer, auf ihn wieder zu verzichten, denn so langsam kommen die Verletzten alle wieder zurück und erfüllen allerhöchste Anforderungen. Gegen Bayern wird es jetzt darauf ankommen, ob die Luft für den läuferisch aufwendigen Spielstil reicht, den Dortmund betreibt, denn gegen Bayern kann man sich noch weniger als gegen Stuttgart zwischendrin mal ausruhen. Bayern hingegen hat in den letzten Spielen kaum geglänzt, schafft es aber immer wieder, auch unangenehme Spiele wie gegen Augsburg zu gewinnen, was dem BVB nicht gelang. Man sollte sie deshalb aber nicht unterschätzen, denn bei einer drohenden Niederlage zögern die Bayern nicht, zu treten, zu beißen und um sich zu schlagen, d.h. es wird nicht in jedem Fall ein schönes Spiel, weil zwar nicht wirklich eine Vorentscheidung auf dem Spiel steht, aber trotzdem die Weichen gestellt werden. Das hat Kaiserslautern bereits hinter sich. Mit Balakow setzt sich der Trend Richtung 2. Liga fort. Obwohl Hertha sich in Gladbach einen Punkt ergaunert hat, sieht es nicht so aus, als ob sie um mehr spielen als um den 16. Platz, der vorläufig noch von Köln gehalten wird, die ebenfalls mit einem Unentschieden gegen schwache Bremer krampfhaft die Liga zu halten versuchen. Es war der ehemalige Bayern-Spieler Lell, der bereits in der 4. Minute Marco Reus aus dem Spiel trat, ohne gelb dafür zu kriegen, und nach dem Spiel meinte: »Es war nicht mein Auftrag, noch meine Absicht, ihn zu foulen. Aber natürlich ist es kein Nachteil für uns, wenn einer wie Marco Reus so früh aus dem Spiel ist.« Ich hingegen behaupte, selbstverständlich war es der Auftrag von Rehhagel, Reus spielunfähig zu treten. Alles andere würde mich wundern.