Unbedingt lesen: Solomon Gursky war hier

Mordecai Richler “Solomon Gursky war hier” (liebeskind) ist mit 645 Seiten zwar verdammt umfangreich, aber man hat bei diesem Buch nie das Gefühl, hier würde ein Autor Zeilen schinden. Und das obwohl das Prinzip des Buches in der Abschweifung besteht und alles mögliche erzählt wird, was mit der Hauptgeschichte gar nichts zu tun hat, aber die große Kunst besteht bei Mordecai Richler eben darin, daß man es weiß und daß man ihm trotzdem gern in die ödeste Eiswüste folgt, weil der Autor eben einer der ganz großen Erzähler ist. Ich mag eigentlich keine Familiengeschichten, dieser aber war ich dann vollkommen verfallen, auch wenn ich häufig genug keine Ahnung hatte, um wen im Familienstammbaum es gerade ging. Eine der kleinen, aber großartigen Stellen, von denen man im Roman unzählige findet,  ging ungefähr so. Der Gründer des Imperiums Gursky ruft jemanden an und sagt: “Und wie gehts deinem Onkel?” “Mein Onkel ist schon lange tot.” “Und? War ich auf der Beerdigung?” “Ja.” “Sehr gut.”