Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Während die Niederlage gegen die Eintracht nicht unverdient war, weil beim BVB einfach zu wenig stimmte und die Frankfurter den Dortmundern deren Tugenden vorführten, die die Schwarzgelben stark gemacht hatten, vielleicht auch weil Sven Bender fehlte und Klopp umstellen mußte und deshalb das Mannschaftsgefüge nicht mehr so ineinandergriff – gegen die Bayern kann man trotz Ribéry und seinen genialen Pässen und Dribbelkünsten nicht behaupten, daß der Sieg der Bayern mit rechten Dingen zugegangen wäre, denn zwei Tore der Bayern waren schon mal irregulär. Dem 2:1-Führungstreffer ging ein Foul von Demichelis an Zidan voraus und das 3:1 von Gomez war Abseits. »Bei solchen Entscheidungen kann man schon die Lust verlieren«, sagte der gefrustete Klopp. Und auch sonst war die Chancenverteilung nicht so, daß ein 3:1 gerechtfertigt gewesen wäre. Ich weiß ja auch nicht, warum die Schiedsrichter glauben, den Bayern so unter die Arme greifen zu müssen. Befinden sich in den Präsentkörben mehr als nur die Hoeneß-Würste? Oder glauben diese Luschen in Schwarz keine günstige Bewertung zu bekommen, wenn sie Bayern nicht bevorteilen? Ich frag ja nur. Okay, die Bayern waren kombinationssicherer, wenn sie sich in der eigenen Hälfte den Ball zuschoben, und Ribéry und Robben sind natürlich Ausnahmespieler, die besser bei Dortmund aufgehoben wären, obwohl sie für den BVB wahrscheinlich schon zu alt sind, aber die Dortmunder Jugendmannschaft hielt ziemlich gut mit, vor allem Sven Bender machte ein großartiges Spiel, so daß man Kehl nicht wirklich mehr vermissen muß. Als Ribéryy und Robben ausgewechselt wurden, konnte man erkennen, daß sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden. Aber der Fußballgott verteilt seine Geschenke eben mehr an die Bayern. Zweimal gleich mußten bayrische Feldspieler für den schon geschlagenen Butt auf der Linie klären, und dann wagt van Bommel mal ein Schüßchen aus 23 Metern, das prompt abgefälscht wird. Dennoch hätte der Dortmunder Ersatzkeeper Ziegler den Ball halten müssen. Aber irgendwie grassiert gerade eine unerklärliche Torwartschwäche in der Liga. Hannovers Fromlowitz schenkte den Bremern gleich drei Treffer für den 5:1-Sieg, was ziemlich großzügig ist, aber an der Niederlage nichts geändert hätte. Und im Fernduell um Platz eins schenkte der Wolfsburger Keeper Lenz der Leverkusener Tablettenelf zwei Tore, die für den 2:1-Sieg und für die Poleposition in der Tabelle reichten. Trotzdem wird Heynckes nicht Meister, auch wenn Herr Osram nun seit 28 Spieltagen ungeschlagen ist, einige Spiele allerdings noch mit dem jetzigen Konkurrenten Bayern. Mit so einer Mannschaft ist das allerdings auch nicht so schwer, wie es übrigens auch keine Kunst ist, mit dem damaligen Dreamteam Real Madrid die Championsleague zu holen. Nächste Woche wird Bayer in Bremen ohne den gesperrten Sami Hyppiä die erste Niederlage einstecken müssen, während die von den Schiedsrichtern favorisierten Bayern kein Problem haben dürften, bei dem von den Schiedsrichtern chronisch benachteiligten Club zu gewinnen, der in Gladbach unter tätiger Mithilfe des Man in black schon wieder eine Niederlage einstecken mußte.