Die Wahrheit über den 14. Spieltag

BVB-Boß Watzke sagte auf der Mitgliederversammlung des Vereins: »Wir können eben nicht sagen, lieber Dietmar Hopp, Lass es Geld regnen«, und ließ damit seinen pekuniären Neid auf Hoffenheim freien Lauf, aber Hoffenheim und nicht mal Hopp können etwas für die Geldverschleuderungsmaschine, die in Dortmund erfunden wurde. Gerade weil Dortmund eben keinen Hopp hat, sind die Fans nicht gut auf andere Geldgeber zu sprechen. Damit will ich opp nicht in Schutz nehmen, denn mit seiner Souveränität sieht es nicht gut aus, regte er sich über das Plakat eines Fans, das sein Konterfei im Fadenkreuz zeigte, so auf, dass er sogar polizeiliche Ermittlungen anleierte und eine große Jammeriade anstimmte über die angebliche Gefahr, in die das Plakat ihn gebracht hätte. Vor allem aber war es die Schmach, die dem BVB auf dem Platz zugefügt wurde, und aus all diesen Gründen wünschte man sich auch diesmal auf Transparenten »Fahr zur Hölle, Hopp!« Und das ist ja nett, weil es dort viel schöner ist als im Himmel, wo sich wahrscheinlich solche Langeweiler wie Enke aufhalten. Trotz allen Vorgeplänkels hätte ich keine 5 Cent auf Dortmund gewettet, weil Hoffenheim einfach eine unglaublich stark besetzte Mannschaft und der BVB sich in letzter Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Umso überraschter war ich, als Dortmund in allen Belangen besser war, und das mit einem Großkreutz, der bei Hoffenheim nicht mal in der 2. Mannschaft spielen dürfte. Ein schönes Spiel mit Rudelbildung, und ich liebe Rudelbildung, denn da geht es wirklich mal zur Sache. Maicosuel hatte Weidenfeller völlig außer Rand und Band den Ball aus den Armen geschlagen. Auch wenn Weidenfeller nicht toter Mann gespielt hätte, wäre die rote Karte berechtigt gewesen, aber ich kann die sarkastischen Genesungswünsche von Manager Schindelmeiser gut verstehen. Weidenfeller sollte man endlich zu den Bayern abschieben. Aber auch sonst war der Spieltag nicht ohne. Schalke verliert in Gladbach, Bremen rettet in der Nachspielzeit ein Unentschieden in Wolfsburg, Friedhelm Funkel fiel fast das Gebiss raus nach der 3:1-Blamage zu Hause gegen seine alte Eintracht. Mit fünf Punkten auf dem Konto präsentierte sich der Hauptstadtverein völlig leblos. Und das Restprogramm der Berliner sieht nicht so aus, als ob da noch was drin wäre. »Funkel raus!« riefen die Frankfurter Fans vergnügt und waren wahrscheinlich heilfroh, dass man die Altlast an Hertha losgeworden ist. In Bochum erwürgte sich Köln ein torloses Remis und Manager Meier kommentierte: »Wir dürfen hier jetzt aber nicht abheben!« Wohin aber sollte Köln schon abheben? Immerhin präsentierte sich der »Gute-Laune-Club« auch mal anders. 150 »Problem-Fans« lieferten sich mit der Polizei eine kleine Schlacht, bei der einige Bochumer Ordnungskräfte auf der Strecke blieben. Von mir aus kann man den Karnevalsclub ruhig aus der 1. Liga schmeißen. Ich würde ihn nicht vermissen.