Die Wahrheit über den 6. Spieltag

Der BVB kann nicht mehr gewinnen. Schon zum 3. Mal hintereinander sprang nur ein Unentschieden heraus, dabei hätte man alle drei Spiele eigentlich gewinnen müssen. Zu Hause gegen Barcelona erlaubte sich Reus sogar, einen Elfer zu verschießen, aber während die Dortmunder gegen Barcelona so gut wie nichts zuließen, sah das gegen die Eintracht und Bremen schon ganz anders aus. Sowohl der Eintracht als auch Werder brauchten nicht viele Chancen, um ihre Tore zu machen. Gegen die Eintracht war es noch ein Motivationsproblem, denn im Gegensatz zu den Frankfurtern hatte man bei den Dortmundern nie das Gefühl, dass sie das Spiel wirklich gewinnen wollten. Darauf angesprochen verlor Reus die Contenance, aber es stimmte nun mal leider. Und vor allem wäre die Alternative weit schlimmer, denn dann hieße der Spielverlauf, dass Dortmund einfach nicht mehr drauf hat, obwohl den Frankfurtern noch ein anstrengendes Spiel gegen Arsenal in den Knochen steckte und die Dortmunder zwei Tage mehr Zeit zur Erholung hatten. Davon war aber nichts zu merken, weil die Frankfurter trotz dieser Tatsache mehr rannten und ackerten. Gegen Bremen hingegen versäumten die Dortmunder wieder einmal, aus ihrer Überlegenheit vor allem in der ersten Halbzeit mehr zu machen. Sie hatten Bremen völlig eingeschnürt und trotz des Rückstands durch den ersten Schuss aufs Tor nach einer Kette von verlorenen Zweikämpfen kam man ebenso überraschend nur eine Minute später nach einer Flanke von Piszczek durch einen Kopfball vom Götze zum Ausgleich, der sehr nach einem Stellungsfehler der Bremer aussah. Kurze Zeit später köpfte Reus nach Flanke von Hazard zur Führung ein, woraufhin der Reporter die überaus interessante Information beisteuerte, dass Reus und Götze noch nie im gleichen Spiel je ein Kopfballtreffer gelang. Immerhin war Reus sein 13. Treffer im 13. Spiel gegen Bremen gelungen. Aber wie häufig bei einer Führung versuchte Dortmund das Ergebnis spielerisch zu verwalten, obwohl ein weiterer Treffer ziemlich wichtig gewesen wäre, aber den vergab Dahoud nach glänzender Vorlage durch Götze, weil er an der Zehenspitze des Bremer Torwarts scheiterte. In der 2. Hälfte dann kam Bremen besser ins Spiel, und weil sie nie aufsteckten und immer an eine Ergebniskorrektur glaubten, gelang es ihnen auch. Dem BVB hingegen ging die Dominanz verloren, die in hinreißend anzusehendem Kombinationsfußball bestand, auch weil letztlich zu wenig dabei herauskam. Den Bremern genügte ein Standard, um zum Ausgleich zu kommen. Jetzt hat der BVB nur 11 Punkte von möglichen 18, und da Leipzig zwar nach einem Rotationsexperiment zu Hause gegen Schalke 3:1 verlor, aber die Mitkonkurrenten alle gewannen, ist man jetzt auf Platz 7 abgerutscht. Drei Punkte hinter Bayern, die sich beim Aufsteiger Paderborn zwar schwer taten, aber eben trotzdem gewannen, genauso wie Gladbach, Leverkusen und Wolfsburg. Favre sah nicht sehr glücklich an diesem Abend aus. Er wusste einfach nicht, woran es lag, denn Dortmund ist zwar spielerisch besser, aber es springt einfach nichts dabei heraus.