Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Auf amazon prime gibt es die Serie »Inside Borussia«, um in der Öffentlichkeit die Sympathiewerte zu steigern. Bayern ist da schon abgehängt. Wovon man sich bei der Serie unter anderem überzeugen kann, dass Favre eine völlige Fehlbesetzung ist, wenn es darum geht, die Spieler zu motivieren. Man sieht ihn, wie er sagt, »wir können es schaffen« und man denkt »Aha, wie interessant«. Es kann aber auch an etwas anderem gelegen haben, dass Dortmund in Köln wieder in alte Verhaltensmuster verfiel, die man nach den ganzen Vorschusslorbeeren und den hoch gelobten Neueinkäufen schon gar nicht mehr für möglich hielt. Der FC war natürlich bis in die Haarspitzen engagiert und lief die Dortmunder Verteidiger weit in deren Strafraum an. Das schienen die Dortmunder nicht gewohnt zu sein. Den Ball und damit den Gegner laufen lassen, hatte ihnen Favre eingehämmert mit seiner kleinen geballten Faust, wenn man dazu allerdings keinen Raum hat und man in Zweikämpfe gezwungen wird, denen man unbedingt aus dem Weg gehen wollte, dann schienen die Dortmunder von einer seltsamen Unsicherheit geschüttelt zu werden. Akanji semmelte unerklärlich den Ball ins Aus, Bürki hätte beim Versuch, einen heranstürzenden Düsseldorfer ins Leere laufen zu lassen, fast ein Eigentor fabriziert, die Spieler suchten verzweifelt nach einem freien Mitspieler und Weigl verlor einen Zweikampf nach dem anderen. Alles in allem eine trostlose Veranstaltung, die gekrönt wurde durch ein Tor der Kölner nach einer Ecke. Und das war keinesfalls unverdient. Aber was war mit der Dortmundern los? Hatten sie das Gerede vom kommenden Meister für bare Münze genommen? Wollten sie so körperlos spielen, wie ihnen das die Augsburger ermöglicht hatten? Leider weiß man nicht, was in der Köpfen der Dortmunder vor sich ging, aber nicht mal Sancho machte eine Ausnahme. Erst als Hakimi für Schulz und Brandt für Weigl kamen, bekam das Dortmunder Spiel langsam Konturen, wurden auch mal Zweikämpfe angenommen und kombiniert. Natürlich war es wieder Sancho, der mit einem schönen Linksschuss den Ausgleich schaffte. Die Kölner knickten aber nicht ein, sondern setzten alles auf eine Karte, wurden dann aber nach einer der wenigen tollen Kombinationen schachmatt gesetzt, Pisczcek konnte in Ruhe flanken und Hakimi den Ball per Kopf unter die Latte wuchten. Danach machten die Kölner noch weiter auf und liefen in einen Konter, den wer anderes als Sancho wunderbar vorbereitete, indem er den Ball für Alcacer auflegte. Aber sich immer auf die 2. Halbzeit zu verlassen und den Gegner sich müde spielen zu lassen, ist keine allzu attraktive Taktik, vor allem, weil sie nicht gerade verlässlich aufgeht, aber schön, dass es gegen die Kölner geklappt hat. Dicht auf den BVB-Fersen sitzt Freiburg, die in Paderborn etwas glücklich 3:1 gewonnen haben, Werder konnte auch gegen Hoffenheim nicht gewinnen und verlor nicht nur Eggestein mit einer roten Karte, sondern auch das hin und herwogende Spiel in der 88. Minute durch ein Tor von Bittencourt, Leverkusen zeigte im rheinischen Duell gegen Düsseldorf, wer die Nase vorn hat, und bei Bayern reichte Lewandowski aus, um gegen engagierte Schalker mit 3:0 zu gewinnen.