Die Wahrheit über den 34. Spieltag

Die Überraschung ist ausgeblieben, wie schon in England, wo City sich in den letzten beiden Ligaspielen den 1-Punkte-Vorsprung durch zwei Siege nicht mehr von Liverpool nehmen ließ. In Deutschland hätte ein bisschen mehr passieren müssen, aber die Konstellation war im vornherein so unwahrscheinlich, dass nur reiner Zweckoptimismus davon ausgehen konnte, weil man ja als Dortmunder sowieso nichts zu verlieren hatte. Aber schon nach vier Minuten stand es in München 1:0 gegen die Eintracht, die in den letzten Ligaspielen eine Klatsche nach der anderen kassierte und ausgequetscht war wie eine Zitrone, wie Adi Hütter sagte. Der BVB hingegen spielte abwartend, behäbig und auf Ballsicherung bedacht, also nicht schön, während Gladbach durchaus noch an die Chance glaubte, die CL zu erreichen. Das glücklichere Ende der ersten Halbzeit erwischte dann aber Dortmund mit einem umstrittenen Tor durch Sancho nach Vorarbeit von Reus, der den Ball haarscharf am Toraus noch die Mitte flankte. Aber Manuel Gräfe war nicht geneigt, den Ball in vollem Umfang über der Linie gesehen zu haben, wieder so eine Millimeterentscheidung, die umso schwachsinniger ist, je länger sie nachgeprüft wird. Aber nachdem man zweimal jubeln durfte über ein Tor, nämlich nachdem es gefallen war und dann noch einmal, nachdem es offiziell gegeben wurde, lobten die Dortmunder Fans den Videobeweis in höchsten Tönen. Als der Eintracht dann zu Beginn der 2. Hälfte der Ausgleich gelang, keimte noch einmal kurz Hoffnung auf, aber nur für drei Minuten, denn dann legten die Bayern los und kanonierten die Frankfurter in Grund und Boden, bis es schließlich 5:1 stand, als ob die Bayern unbedingt noch am Torverhältnis was drehen wollten. Die Dortmunder spielten in der 2. Hälfte entschlossener und drückten, bis schließlich nach einem Konter Reus nach scharfer Hereingabe von Pulisic auf 2:0 erhöhen konnte. Jetzt war nur noch die Frage, ob der BVB wieder einknicken würde, wie sie das in den letzten Spielen immer gemacht haben, aber vielleicht, weil es um nichts mehr ging, konnten ihnen die Bemühungen der Gladbacher keinen Schrecken mehr einjagen. Immerhin aber ging es noch um einen CL-Platz, den sich die Leverkusener mit einem 5:1-Sieg »auf überschaubaren Niveau« in Berlin sicherten. Hoffenheim hätte mit einem Sieg in Mainz noch in die Euroleague einziehen können und zunächst sah das auch ganz gut aus, denn zur Pause führte Hoffenheim 2:0, aber dann ließ man sich von Mainz die Butter vom Brot nehmen und verschenkte in der Nachspielzeit den sicher geglaubten Sieg mit einem 4:2. Wolfsburg durfte sich in Augsburg gegen eine Mannschaft, bei der es um nichts ging und die wahrscheinlich schon in Urlaub war, mit einem 8:1 wettbewerbswidrig noch auf Platz 6 schießen und darf jetzt wieder in der europäischen Gruppenphase scheitern, was aber nichts macht, weil niemand weder Wolfsburg noch die Gegner angucken will, nicht mal, wenn der Konzern die Getränke zahlen würde, die man beim Gucken verkonsumiert. Immerhin hat der BVB Platz 2 geschafft, und als alten BVB-Afficionado hätte Wiglaf das sehr gefreut. Zumindest das also haben die Schwarzgelben nicht vergeigt.