Die Wahrheit über den 30. Spieltag

Nach der letzten sehr wackligen Leistung gegen Mainz, als der BVB in der Schlussphase unter dem Druck einer mittelmäßigen Mannschaft ins Schwimmen geriet und keine Lösungen mehr fand, sondern nur noch hoffen konnte, dass der Kelch eines späten Ausgleichs an ihnen vorüberziehen würde, war es in Freiburg bei Monsieur „Ausraster“ Streich mehr als fraglich, ob man etwas holen würde. Wieder begann man gefällig und flott und erzielte nach einer wunderschönen Kombination über Reus auf Sancho das 1:0, aber für die erste Halbzeit war es das auch schon. Die große Überraschung bestand dieses Mal darin, dass der BVB diesmal nicht in der 2. Hälfte einknickte, sondern einfach so weiter machte wie in der ersten Halbzeit, vielleicht weil dieses Mal wieder der überragende Guerreiro dabei war, der die letzten Spiele verletzungsbedingt fehlte. Zwar gerieten die Dortmunder auch diesmal immer wieder unter Druck und mussten einige gefährliche Situationen überstehen, aber da die Freiburger ihre Möglichkeiten nicht nutzten, konnten die Dortmunder einfach weiterspielen, als ob nichts gewesen wäre. Nachdem ihnen nach einer weiteren sehenswerten Kombination das 2:0 gelang, hatte man nicht den Eindruck, als könnte noch irgendetwas anbrennen, auch wenn Wolf nach dem Versuch zu flanken übel umknickte und Toprak für ihn eingewechselt werden musste, was immer ein schlechtes Omen ist. Aber auch mit Toprak gelang den Freiburgern kein Treffer, sehr wohl aber den Dortmundern. Am Ende gab es noch einen Handelfmeter, den der für Götze eingewechselte Alcacer sehr humorlos verwandelte, weil Reus so nett war, das spanische Tormonster ein bisschen aufzubauen, denn meistens ist er ja verletzt oder wird für Götze eingewechselt, dem an diesem Tag außer einem Tor nicht allzuviel gelang. Ein paar schöne, schnelle Spielzüge können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Dortmunder gegen die Bayern im Meisterschaftsrennen keine Chance haben, denn es gab einige Kontersituationen, die durch ein schlechtes Passspiel vergeigt wurden, was einer Mannschaft einfach nicht passieren darf, wenn sie auf internationalem Niveau mithalten will. Immerhin hat man die 8 Punkte Abstand zu Leipzig halten können, die in Münchengladbach mit 2:1 gewannen, was daran liegt, dass Hecking nicht gleich entlassen wurde, denn jetzt hat er die Möglichkeit, noch die CL zu verspielen, was er mit Sicherheit tun wird. Hoffenheim stürzte die Blauweißen auf Schalke in noch tiefere Depressionen mit einem heftigen 5:2, und das nicht mal, weil sie soviel besser gewesen wären, sondern weil der Trainingsanzugsproll Stevens einfach nichts kann, außer das Pech magisch anzuziehen, und nur weil Stuttgart noch schlechter ist und sich mit einem 6:0 von Augsburg abfertigen ließ, bleibt den Schalkern wahrscheinlich die Relegation erspart. Alles in allem also trübe Aussichten, denn es bleibt so wie es war. Die Plätze sind alle vergeben, Überraschungen wird es nicht mehr geben, und so soll es ja auch sein. Im Fußball darf es für die Verantwortlichen keine Überraschungen geben. Die sind das reine Gift. Alles läuft also nach Plan. Spannend wird die Liga deshalb nicht. Und man fragt, wer sich das alles eigentlich noch anguckt. Okay, ich und ein paar andere Unentwegte, aber man kann seine Zeit auch besser verbringen. Gottseidank war ich in Wien und aß im Café Engländer ein Schnitzel, wo man ohne Ton und sonstigem Rambazamba alles gucken kann, was man will, denn man ist der einzige. Das hat mich dann mit dem Spieltag doch wieder etwas versöhnt.