Die Wahrheit über den 27. Spieltag

Ein schönes Spiel war es nicht, das die Dortmunder zu Hause gegen Wolfsburg ablieferte, und als in der Nachspielzeit Alcacer dann doch noch zwei erlösende Tore zum 2:0 schoss, war der Sieg nicht wirklich verdient, aber die Tore verschafften nicht zuletzt deshalb eine große Befriedigung, weil die Dortmunder den Plan der rückgratlosen Wolfsburger, Bayern zur Meisterschaft zu verhelfen, durchkreuzten. Nur drei Wochen vorher hatten die Wolfsburger sich von den Bayern derart willenlos mit sechs Toren abfertigen lassen, dass man kaum schiefliegen dürfte, wenn man von einer massiven Wettbewerbsverzerrung ausgeht, denn in den ersten zehn Minuten hatten die Wolfsburger schon mehr Fouls gespielt als im gesamten Spiel gegen Bayern, denen man für die Tore freundlichen Geleitschutz gewährte. Im Spiel gegen Dortmund jedoch waren die Wolfsburger plötzlich wachsam, defensiv stark, kombinationssicher und laufstark, also alles, was man gegen Bayern nicht war. Dortmund allerdings hatte auch nicht gerade seinen stärksten Tag erwischt. Schnelle Vorstöße ließ man vermissen und wenn man den Ball hatte, versuchte man ihn erstmal zu sichern. Schnelle Kombinationen nach vorne verhedderten sich regelmäßig in der dicht stehenden Abwehr der Wolfsburger und es dauerte 19 Minuten, bis die Dortmunder zum ersten Mal gefährlich vor das Wolfsburger Tor kamen. Zu diesem Zeitpunkt musste Bürki einmal schon alles aufbieten, um mit einer Glanzparade die Wolfsburger Führung zu verhindern. Ansonsten glänzte er wieder einmal mit seinen Abstößen, die regelmäßig völlig missglückten. Der größte Aufreger im Westfalenstadion in der ersten Halbzeit war das 1:0 der Freiburger gegen die Bayern. Aber als die Zuschauer schon entnervt aufbrechen wollten und sich bereits mit einem unattraktiven torlosen Remis abgefunden hatten, machte Alcacer mit einem Freistoß aus 17 Metern zentral ins Tor das 1:0, ein Torwartfehler des ansonsten souveränen Casteels. Ein weiterer Fehler eines Wolfsburgers leitete einen Konter in der 94. Minute ein, den nach Vorlage von Sancho wiederum Alcacer zum 2:0 Endstand nutzte. Aber auch die Bayern hatten einen schlechten Tag erwischt und erreichten nur ein 1:1 gegen Freiburger, gegen die auch die Dortmunder leider noch antreten müssen. Der BVB hat jetzt zwar wieder zwei Punkte Vorsprung, aber das kann sich schnell wieder ändern, denn nächste Woche geht es nach München, wo die Bayern alles daransetzen werden, um wieder auf Platz eins zu kommen, denn es wird das vorentscheidende Spiel für die Meisterschaft sein. Vielleicht kann dann Reus ja wieder daran teilnehmen, der gegen Wolfsburg sich freigenommen hatte, weil er lieber seine Zeit im Kreißsaal verbringen wollte. Wenn das Spiel der Dortmunder allerdings wirklich so extrem von Reus abhängig sein sollte, dann ist man noch weiter von der Meisterschaft entfernt als sich bisher annehmen ließ. Auch nicht schön war die fast schon kuriose und schnelle Niederlage der Gladbacher in Düsseldorf, wo man die meisten Punkte gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte holte. Jetzt haben die Gladbacher den CL-Platz so gut wie verloren und langsam sollte Ebel ein Licht aufgehen, dass Dieter Hecking vielleicht nicht der richtige Mann ist. Immerhin ist Bremen auf dem Vormarsch und befindet sich seit der Winterpause ungeschlagen inzwischen schon auf einem internationalen Platz.