Die Wahrheit über den 26. Spieltag

Hertha hat im Spiel gegen den BVB alles versucht. Sogar der Platz war, wie Favre sagte »für die Pferde«, glich also eher einem Acker als einem Rasen, auf dem sich technisch versierte Spieler entfalten können. Die Berliner hatten damit weniger Probleme, weil sie sowieso nur vorhatten zu kämpfen, zu grätschen und zu rempeln. Aber das sind die Dortmunder mittlerweile gewohnt, dass man gegen sie mit allen Mitteln zu Werke geht. Der Schiedsrichter hatte einen großzügigen Tag und ließ mehr laufen als dem Spiel gut tat. Gleich in der 4. Minute patzte Bürki und ließ einen haltbaren Schuss vor die Füße Kalous abprallen, der den Ball nur einzuschieben brauchte. Wieder eins von den Geschenken, die Dortmund in der letzten Zeit großzügig an die Gegner verteilt. Delany, der ohne seinen an einem Muskelfaserriss verletzten Partner Witsel spielen musste, schnappte sich dann an der Mittellinie den Ball und schleppte ihn bis zum Sechzehner, ohne dabei gestört zu werden, schoss einen Berliner an, von dem der Ball in einer schönen Bogenlampe über den Torwart hinweg ins Tor abgefälscht wurde. Noch vor der Pause ging Hertha wieder in Führung durch einen Handelfmeter, der mal wieder ziemlich umstritten war, denn Weigl wurde aus kurzer Distanz angeschossen, wobei seine Hand instinktiv sein Gesicht schützte. Direkt nach der Pause kam der BVB überraschend stark aus der Kabine und machte sofort Druck und erspielte sich riesige Chancen, aber nur ein Kopfball von Zagadou nach Ecke von Sancho ging ins Tor. Aber auch die Hertha hatte einen Pfostentreffer und hätte durchaus noch ein Tor erzielen können. Die Dortmunder hingegen gingen wieder unglaublich verschwenderisch mit ihren Möglichkeiten um, so dass die Hoffnung auf einen Sieg immer mehr schwand, denn die Berliner nahmen sich immer mehr die Dortmunder Gefahrenquelle Nr. 1 vor und bearbeiteten Sancho mit allen Mitteln, bis schließlich der Schiedsrichter gezwungen war, Torunarigha nach einigen üblen und taktischen Fouls vom Platz zu stellen. Und wieder war es Sancho, der in der 92. Minute in unnachahmlicher Art den Ball zwischen zwei Herthanern zu Reus durchsteckte. Mit einer Direktabnahme beförderte der den Ball ins rechte untere Toreck. Dass die Berliner schlechte Verlierer sind, bewies der eingewechselte Ibisevic, der den Ball aus Ärger über angebliche Spielverzögerung Bürki an den Kopf warf. Aber dann war das Spiel aus, und man hatte gegen unangenehme Berliner drei Punkte einkassiert, die vor allem gegen Spitzenmannschaften gerne mal punkten und auch schon den Dortmundern die ein oder andere unangenehme Niederlage zufügten. Und auf Schalke fällt den Verantwortlichen nach dem 7:0-Abschied aus der Championsleague gegen Manchester City nichts anderes ein, als den alten prolligen Holzkopf aus den Niederlanden Stevens zu engagieren, der zum Einstand zu Hause auch gleich 1:0 gegen Leipzig verlor. Jetzt sind es noch drei Punkte auf den von Stuttgart gehaltenen Relegationsplatz, die immerhin zu Hause einen Punkt gegen Hoffenheim ergatterten. Auch Gladbach schwächelt. Nach drei Heimniederlagen in Folge schafften sie auch gegen Freiburg keinen Sieg zu Hause, so dass die Frankfurter Eintracht bei einem Sieg gegen den Club ihnen bis auf einen Punkt auf die Pelle rücken kann.