Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Die erste Generalprobe der deutschen gegen die englischen Mannschaften in der Champions-League ging für den BVB mit einem ziemlich eindeutigen 3:0 gegen Tottenham schon mal total daneben, nachdem man in der Bundesliga nach einer 3:0-Führung gegen Hoffenheim innerhalb von zwölf Minuten ein 3:3 hinnehmen musste. Bayerns letzter Auftritt in Augsburg vor der Begegnung mit Klopps Liverpool endete zwar mit einem knappen 3:2-Sieg, aber überzeugend war er auch nicht, noch dazu verletzte sich Coman am Sprungelenk, das bei Coman besonders anfällig ist, weshalb er bereits darüber nachgedacht hat, seine Karriere zu beenden, bevor das Martyrium kein Ende nehmen sollte. Er ist bei den Bayern gerade besonders wichtig, trug er doch gleich zwei Tore in Augsburg zum Sieg bei, in dem es für die Bayern ganz und gar nicht danach aussah, als würde ihnen die Siege nur so in den Schoß fallen, vor allem, nachdem Goretzka gleich in der Anfangsphase ein Eigentor fabrizierte. Gegen die Reds traut ihnen niemand allzu Großartiges zu, die Favoritenrolle hat eindeutig Liverpool, d.h. Bayern kann eigentlich nur gewinnen und leider haben sie oft genug bewiesen, dass sie dann besonders stark sind, während den Dortmundern die Favoritenrolle überhaupt nicht gut bekam, um so mehr als Harry Kane und ein paar seiner Kollegen verletzt waren. Die Chancen der Bayern sehen also gar nicht so schlecht aus, während man bei den Schalkern tatsächlich ein Desaster erwarten darf, denn das extrem spielstarke Manchester City hat es mit einer Elf zu tun, der in der Liga noch ein einziger glanzvoller Auftritt gelungen ist, an dem man sich klammern könnte im Sinne von, es geht doch. Es geht eben nicht, nicht mal gegen Freiburg, gegen die man mit Glück ein torloses Remis zustande brachte. War man in der ersten Halbzeit noch ein bisschen überlegen, biss sich aber an der disziplinierten Abwehr der Freiburger die Zähne aus, dezimierten sich die Schalke nach einem üblen Foul von Serdar an Frantz selbst. Ein Spiel, in dem der Schiedsrichter im Mittelpunkt steht, ist nie besonders attraktiv, aber das ist die einzige Chance, die Schalke z.Z. hat. In der 2. Hälfte nutzten die Freiburger ihre zahlenmäßige Überlegenheit aus, weil sie spürten, dass durchaus drei Punkte drin waren, aber Freiburgs Innenverteidiger Lienhart brachte das Kunststück fertig, aus einem Meter Entfernung über das Tor der Schalker zu köpfen. Hoffenheim tat sich mit einem 3:0 gegen Hannover gütlich, vergaben aber Chancen für ein 8:0. Dolls Versuch, den dürftigen Sieg Hannovers gegen die noch schwächeren Nürnberger in der letzten Woche, als Aufbruch zu interpretieren, indem er sagte, seine Mannschaft hätte sich noch nicht aufgegeben, war nur ein frommer Wunsch. Man kann jetzt schon nichts mehr gewinnen, wenn man auf den Abstieg Hannovers setzt, während man bei Nürnberg gespannt sein darf, denn dort hat Marek Mintal, der Schatten, den glücklosen Köllner abgelöst. Wenn es heute abend gegen Dortmund geht, dann wird für beide Mannschaften das Spiel richtungsweisend sein, wobei ein Sieg der Dortmunder zwar Pflicht ist, aber es bei ihnen darauf ankommt, wie sie den Sieg errungen haben werden: Ob mit Kampf und Krampf oder überzeugend. Ein schönes Spiel wird es nicht, das glanzvolle 7:0 für den BVB aus der Hinrunde wird es nicht mehr geben.