Die Wahrheit über den 9. Spieltag

Das muß man der Hertha erstmal nachmachen. Acht Spiele in Folge verlieren und auf den letzten Tabellenplatz abstürzen. „Kein Funkel Hoffnung mehr“, kalauerte die BamS, aber mit Funkel einen Abstiegsverhinderungsspezialisten zu holen machte allein schon deutlich, daß auch die Verantwortlichen der Mannschaft nicht viel zutrauen, weil ihnen vielleicht dämmert, daß es doch keine so gute Idee gewesen sein könnte, die besten Spieler zu verkaufen. Aber schon nach zwei Spielen unter Funkels Verantwortung, dem Spezialisten für unattraktiven Fußball, sieht der Mann schwarz: „Die Mannschaft hat nichts von dem umgesetzt, was ich ihr aufgetragen habe. Im Moment sieht es so aus, daß die Qualität nicht für die Liga reicht.“ Und auch die Identifikationsfigur Arne Friedrich zweifelt daran, daß Hertha in dieser Saison noch ein Spiel gewinnen könnte. Der Rest der Liga darf sich an Hertha aufrichten, wie der gute alte Club. Aber ganz so tragisch ist es ja auch nicht, denn zwischendrin hat Herta ohne h ja auch mal gewonnen, wenngleich in einer anderen Disziplin und völlig unverdient. Das alles stimmt mich sehr froh, auch wenn der nette, runde Hertha-Frosch der ersten Stunde, Ralf Sotscheck, sehr darunter leidet. Daß es auch anders geht, zeigen die Schalker, die Insolvenz anmelden müßten, wenn alles mit rechten Dingen zugönge bei immerhin 136,5 Millionen Schulden. Aber der dicke Tönnies hat ein dickes Fell und denkt gar nicht daran abzutreten, dabei hat Dortmund alles exakt schon einmal vorgemacht. Die letzte Meisterschaft Dortmunds dürfte die teuerste in der Geschichte der Bundesliga gewesen sein, danach kam nach und nach das dürftig kaschierte Finanzloch zum Vorschein und der unaufhaltsame Abstieg des Vereins begann. Genau das gleiche exerziert jetzt Schalke durch, nur mit dem Unterschied, daß Schalke nicht Meister wird, auch wenn sie in Stuttgart gewonnen haben und sich auf Platz drei vorgeschlichen haben, aber die Schwaben waren ein leichtes Opfer und Babbel wird der erste Trainer sein, der schon vor Erlangung einer Trainerlizenz bereits entlassen sein wird. Bremen hingegen kriegt so langsam wieder die Kurve, denn sie schafften immerhin ein 2:0 gegen Hoffenheim, die zu den Anwärtern auf den Meistertitel gehören. Bayern hingegen eher nicht, denn nur mühsam und mit Unterstützung durch ein Eigentor von Cha konnten sie in Freiburg drei Punkte holen. Der HSV und Leverkusen trennten sich torlos in einem faden Spiel, weil beiden Mannschaften bereits die Angst im Nacken sitzt zu versagen, und das ist der beste Hinweis darauf, daß es beide Mannschaften versieben.