Die Wahrheit über den 8. Spieltag

»Welttorjäger schießt Klopp aus der Krise« titelte die BamS, und obwohl man dort gar nicht weiß, was Ironie ist, finde ich die Schlagzeile ziemlich gemein, denn es ist Barrios erstes Tor am 8. Spieltag. Er küßte seinen linken Unterarm, weil er dort den Namen seines Sohnes tätowiert hat. »Tore schieße ich nur für ihn«, sagte Barrios, weshalb man sich fragt, ob das vielleicht eine etwas zu schwache Motivation ist, wenn so wenig dabei herausspringt. Immerhin war es tatsächlich ein wichtiges Tor, denn es war das einzige in der Begegnung mit der Borussia aus Gladbach, d.h. der BVB hat seinen 2. Saisonsieg eingefahren in einem vorgezogenen Abstiegsduell, jedenfalls spielten beide Mannschaften so, als würde morgen bereits die zweite Liga blühen, d.h. mit viel Einsatz und wenig Inspiration, mit viel langen Bällen und wenig Übersicht, mit viel Grätschen und wenig präzisen Pässen. Aber Dortmund macht z.Z. sowieso keine Bella Figura. Inzwischen stellte sich heraus, daß Großkreutz geflunkert hat, als er behauptete, von Schalkes Babyface Neuer auf die Nase geschlagen worden zu sein, was – verständlicherweise – eine heftige Kritik von Magath zur Folge hatte, der sich auch seine eigenen Spieler zur Brust nahm, als die vor der Südtribüne ein bißchen zu ausgelassen ihren Torerfolg feierten, wie ich leider insgesamt konzedieren muß, daß Magath sich nach außen sehr korrekt verhält im Gegensatz zu Watzke, der in einem Interview das Kunststück fertig brachte, voll hinter Großkreutz zu stehen, der außer seinem Vokuhila und Eifer noch nichts zeigte. Im Vergleich zu anderen Mannschaften jedoch geht es Dortmund noch Gold. Bayern schafft es trotz der vielen schönen Millionen einfach nicht, den Riegel des von mir favorisierten Absteigers Köln zu knacken, wozu man schon in der Lage sein sollte, wenn man in Europa zur Spitze gehören will. Allzuviel große Auftritte hatte Bayern bislang nicht, nur natürlich wieder mal gegen Dortmund. Ebenfalls bitter ist die Niederlage der Hoffenheimer in Mainz, und dieses 2:1 zeigt, wie zufällig das ganze Gekicke oftmals ist, weil auf der einen Seite zwei Sonntagsschüsse gelangen, für die Hoffenheimern hingegen das gegnerische Tor wie vernagelt war, weshalb es natürlich schwachsinnig ist, davon zu reden, daß der Mainzer Trainer Tuchel seinen ehemaligen Lehrer Rangnick ausgetrickst hätte. Auch nicht gut geht es Wolfsburg, die nach einem Fast-Erfolg gegen Manchester in Bochum nur ein Remis schafften. Ich kann nur hoffen, daß Bochum seinen Vorrat an Dusel jetzt erstmal aufgebracht hat, denn dann müssen sie nach Dortmund, wo man bekanntlich jeden Punkt für einen gesicherten Platz im Mittelfeld benötigt. Auch bei der Frankfurter Eintracht, die so furios begonnen hat, was mir unter einem Skibbe schon mehr als merkwürdig vorkam, ist inzwischen der Alltag eingekehrt und damit der Wurm drin. Auf Schalke spielte die Eintracht gegen vollkommen indisponierte Schalker noch indisponierter und verlor 2:0. Und das ist wirklich erstaunlich: Keine andere Mannschaft spielt so schlecht und unattraktiv wie Schalke und steht dennoch auf Platz 3.