Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Der BVB war die einzige Bundesligamannschaft, der ein Spiel unter der Woche in den Knochen steckte und bereits drei Tage danach wieder auflaufen musste. Das Pokalnachholspiel gegen den Drittligisten Lotte wurde zwar standesgemäß mit 3:0 über die Bühne gebracht, aber die Dortmunder mussten einiges aufbieten, um die mit robusten Mitteln zu Werke gehenden Mannschaft zu bezwingen, und man konnte auch nicht einfach einen Gang runterschalten, weil es lange Zeit 0:0 stand. Bei ähnlichen Gelegenheiten sah der darauf folgende Bundesligaalltag zumeist eher trist aus. Ich erinnere mich mit Grausen an Darmstadt, der gegen den BVB völlig verdient gewann. Und diesmal kam der Tabellenvorletzte Ingolstadt, und auch diesmal wurde es ein zähes Spiel. Und nicht nur das, es wurde das schlechteste Spiel der Dortmunder in dieser Saison, nur machten sie es diesmal wie die Bayern, die auch solche Spiele irgendwie gewinnen. Dieses Irgendwie allerdings hatten sich die Ingolstädter selbst zuzuschreiben, denn sie vergaben alle Chancen, die die Dortmunder ihnen großzügig einräumten, und sie vergaben sie kläglich. Der BVB spielte nicht überragende, aber doch ganz lebendige fünfzehn Minuten zu Beginn, und in dieser Zeit gelang ihnen nach dem einzigen sehenswerten Angriff nach genialem Pass von Kagawa auch Schmelzer, dessen etwas zu sehr in den Rücken gespielte Flanke von Aubameyang auf erstaunliche Weise verwandelt wurde. Danach passten sich die Dortmunder dem Ingolstädter Spiel an und schlugen einfach lange Bälle nach vorne, im Unterschied zu Ingolstadt kamen die langen Bälle der Dortmunder aber so gut wie nie an, während die Ingolstädter den Dortmundern keinen Raum gaben, ihr Spiel aufzuziehen. Unter diesem Druck wirkten die Dortmunder merkwürdig verunsichert, und nach solchen Spielen fragt man sich immer, wie der BVB gegen internationale Spitzenmannschaften bestehen kann. Natürlich fehlten den Dortmundern einige wichtige Spieler, wie der gesperrte Dembélé und der verletzte Marco Reus, aber eigentlich besitzt der Verein genügend großartige Spieler, um auch mit einer kompletten B-Elf gegen eine Mannschaft wie Ingolstadt zu gewinnen, ohne auf deren Hilfe angewiesen zu sein. Solche Spiele werden als Arbeitssiege betrachtet, in Wirklichkeit hatte man einfach Glück. Und dieses Glück hatte man dringend nötig, denn auch die dem BVB im Nacken sitzenden Hoffenheimer gewannen ihre Partie in Leverkusen mit 1:0. Das Ergebnis war zwar genauso knapp, aber Hoffenheim spielte besser, und musste das auch tun, denn Leverkusen hielt durchaus dagegen. Wenigstens verlor die Hertha in Köln mit 4:2 und liegt jetzt schon sechs Punkte hinter den Dortmundern zurück, was ein angenehmes Polster ist. Modeste steuerte für Köln gleich drei Tore bei und überholte jetzt mit 22 Treffern sogar Lewandowski im Duell der Torjäger. Am schönsten war zweifellos das Ergebnis in Bremen, weil Werder mit 3:0 Leipzig eine unverhoffte Niederlage beibrachte, wodurch sich der Abstand zum BVB auf drei Punkte verringerte. Könnte sein, dass sie jetzt langsam nervös werden.