Die Wahrheit über den 23. Spieltag

Gegen Leverkusen zu spielen ist alles andere als ein Selbstläufer für Dortmund, denn gerade wenn die Bayer-Elf eine grottenschlechte Phase wie zuletzt hat, steigt sie gegen den BVB gern wie Phönix aus der Asche und steht plötzlich tiptop auf dem Platz. Und ein weiteres schlechtes Omen war das Unentschieden der Leipziger am Vortag in Augsburg, denn auch bei einer solchen Steilvorlage nahm sich die Dortmunder Elf in der Regel eine Auszeit. Aber diesmal war alles anders. Leverkusen war zwar nicht schlecht, wie der Trainer Schmidt seinem Team konzedierte, das Team kombinierte gefällig, aber nicht wirklich durchschlagskräftig. Und sie wollten durch hohes Pressing die für diese Taktik anfällige Dortmunder Abwehrreihe verunsichern, was ihnen jedoch kaum gelang. Es war wieder einmal Dembelé, der nicht zu stoppen war, der den Gegner schwindlig spielte und immer für Gefahr sorgte. Ihm zuzusehen ist einfach zauberhaft, und zusammen mit Reus und Aubameyang kann es dieses Trio sogar mit Messi, Neymar und Suarez von Barcelona aufnehmen, oder mit Madrids Sturmtrio. Aber auch das Zentrum mit Castro und Guerreiro ist so einfach nicht zu toppen. Der einzige, der da nicht so ohne weiteres hineinpasst ist Durm, auch wenn er in diesem Spiel sogar eine Torvorlage lieferte. Leverkusen versuchte es wieder mit üblen Fouls den Dortmundern den Schneid abzukaufen. 20:7 stand es am Ende in der Foul-Statstik. Und diese Fouls hatten es in sich. Musste schon in der ersten Halbzeit Aranguiz ausgewechselt werden, weil er rotgefährdet war, erwies sich der für ihn eingewechselte Bellarabi als noch gefährlicher für die Unversehrtheit der Dortmunder Spieler, und dass er nicht gelb-rot bekam, war einzig der Ansicht des Schiedsrichters zu verdanken, die er exklusiv für sich hatte. Auch wenn es am Ende 6:2 stand, war die Partie lange Zeit offen, vor allem, weil Aubameyang ein Riesenchance zum 3:0 ausließ. Damit wäre das Spiel entschieden gewesen, so aber ließ man die Leverkusener noch einmal herankommen durch ein Tor von Volland, bei dem Sokratis nicht gut aussah. Und nach dem 3:1 durch Aubameyang rückten die Leverkusener dem BVB wieder mit einem Freistoßtor auf die Pelle, aber nach dem 4:2 durch Pulisic war der Drops gelutscht, Leverkusen brach ein, entnervt durch die schnelle Spielweise, auf die sich der im Sommer zu Dortmund wechselnde Toprak schon mal freuen kann, der, wie man leider zugeben muss, Aubameyang ziemlich gut im Griff hatte und auch keinem Laufduell aus dem Weg ging. Jetzt sind die Dortmunder bis auf sechs Punkte an Leipzig herangekommen. Das ist kein uneinholbarer Vorsprung, aber Leipzig macht einen zu gefestigten Eindruck, als dass sie sich den 2. Platz wieder abnehmen lassen werden. Viel gefährlicher für den BVB ist da Hoffenheim, die nur zwei Punkte hinter Dortmund stehen, während die anderen Verfolger, außer vielleicht Hertha, wohl kaum eine Rolle spielen werden für die CL-Plätze. Schon gar nicht die Schalker, die gegen Gladbach untergingen und jetzt auch noch in der Euroleague gegen die beste Rückrundenmannschaft antreten müssen.