Die Wahrheit über den 20. Spieltag

Wenn z.Z. der Wurm drin ist, dann bei den Dortmundern. Nicht nur lieferten sie beim Tabellenletzten Darmstadt eines ihrer schlechtesten Spiele der Saison ab, auch die Ultras machten wieder von sich reden. Zwei ihrer Reisebusse wurden durchsucht und gefunden wurden etliche Dinge, mit denen man wieder auf unschöne Weise auf sich aufmerksam hätte machen können. Jetzt wird vielleicht sogar als Strafe die Südtribüne für ein Spiel gesperrt. Das wäre nicht besonders schlau, denn damit bestraft man auch die 24500 Fans, die nichts mit den 500 Hools am Hut haben. Statt die Ultras mit allen Mitteln das Leben schwer zu machen und alles daran zu setzen, sie aus dem Stadion zu entfernen, und damit Plätze zu schaffen, auf die viele scharf wären und die sich auch besser benehmen würden, setzt man sinnlose Symbolaktionen. Allerdings war es bei diesem Spiel eher so, dass es eine Strafe war, dem Spiel beigewohnt zu haben, denn von Dortmunder Seite war es unterirdisch. Und niemand verstand so recht, warum das so war. Klar, den Dortmundern steckte noch das Pokalspiel vom Mittwoch gegen Hertha in den Knochen, aber Tuchel hat eigentlich genügend Spieler, um frische Kräfte auf den Platz zu bringen, was er auch tat, dennoch ließ er etliche bewährte Kräfte wie Kagawa und Castro auf der Bank, während viele schon wieder verletzt oder angeschlagen waren. Aber das sind Dinge, die man nicht wirklich beurteilen kann, weil man von außen keine Diagnosen stellen sollte. Aber auch Tuchel sagte, dass es keine Anzeichen dafür gegeben hätte für die unterirdische Leistung seiner Mannschaft. Irgendwie beschlich einem das Gefühl, als ob die Dortmunder dachten, sie würden das Spiel schon irgendwie schaukeln. Vor zwei Wochen erst waren die Darmstädter gegen Köln mit 6:1 sang- und klanglos wie ein sicherer Absteiger untergegangen. Und auch die 2:0-Niederlage gegen die Eintracht war eindeutig. Was sollte da schon schiefgehen? Und was alles schief gehen kann, konnte man in diesem Spiel sehen, wenn eine Mannschaft plötzlich über sich hinauswächst und alles gibt. Die Niederlage war mehr als verdient, denn die Darmstädter erspielten sich Chancen über Chancen, während sich in der Dortmunder Defensive Lücken auftaten, die einer viertklassigen Mannschaft würdig gewesen wären. Sogar die Säule im Abwehrverbund Sokratis hatte Aussetzer und immer wieder ließen sich die Dortmunder überlaufen und konnten selbst bei einem Verhältnis von 7 Dortmundern gegen 2 Darmstädter das 1:0 nicht verhindern. Nur Pulisic und Emre Mor sorgten ab und zu für so etwas wie Gefahr. Sonst reihte sich ein Totalausfall an den anderen und die Dortmunder Spielidee schien darin zu bestehen, sich den Ball hin- und herzuschieben. Es war grauenvoll. Aber die Dortmunder waren nicht die einzigen, die sich als Anwärter für die internationalen Plätze blamierten. Leipzig verlor zu Hause gleich 3:0 gegen Hamburg und kassierte damit die 2. Niederlage hintereinander, und das ist ja auch eine durchaus reife Leistung. Frankfurt verlor in Leverkusen, weil Roger Schmidt wohl sonst seinen Platz hätte räumen müssen, und Hertha kriegte auf Schalke einen auf den Deckel. Nur die Bayern gewannen, obwohl auch sie nicht unbedingt besser spielten als die Konkurrenz (wobei das Konkurrenz zu nennen ein Euphemismus ist), aber ihnen genügte die Nachspielzeit, um noch schnell zwei Siegtore in Ingolstadt zu erzielen.