Die Wahrheit über den 3. Spieltag

Es geht schon am 3. Spieltag, an dem ja wahrlich noch nichts entschieden ist, munter zu. Werders Trainer Skripnik wurden schon am Sonntag morgen entlassen, nachdem seine Mannschaft auch gegen Gladbach zumindest in der ersten Halbzeit eine Glanzleistung im Stümpern erbracht hatte und sich gleich vier Tore einfing, obwohl die Gladbacher auch erst gerade eine Schlappe gegen Manchester City zu verdauen hatten und Chancen für ein lockeres 8:0 verbaselte. In der zweiten Hälfte machten die Gladbacher dann nicht mehr allzuviel, weshalb die Bremer dann ein bisschen besser ins Spiel kamen. Aber es gelang nur noch der Anschlusstreffer durch den von Chelsea ausgeliehenen Gnabry, ein Treffer allerdings, der es zum Tor des Monats schaffen könnte. Trotzdem wage ich die Prognose, dass Werder nicht absteigt, obwohl sie das Zeug dazu haben. 3:1 gewannen die Bayern standesgemäß zu Hause gegen Ingolstadt, aber wenn man das Spiel gesehen hatte, musste man zugeben, dass die Bayern nicht nur unverdient gewonnen haben, sondern auch noch Glück hatten, denn Ingolstadt versiebte ein paar Hundertprozentige, nicht ohne die Bayernabwehr gehörig durcheinandergewirbelt zu haben, dann wurde ihnen auch noch ein klarer Elfmeter verweigert, während die Bayern mit zwei Glücksschüssen der Sieg gelang, womit sich ein uraltes Gesetz mal wieder bewahrheitete, demzufolge die Bayern auch dann gewinnen, wenn sie eigentlich gar keine Lust haben zu gewinnen. Und den Leverkusenern, eine Mannschaft von Hochbegabten, wie man überall zu hören bekommt, gelang das Kunststück, in Frankfurt zu verlieren, die schon in Darmstadt verloren haben, die wiederum in Dortmund versickert sind wie ein kurzer Regen auf dem Rasen des Dortmunder Stadions. Nach dem grandiosen 6:0 in der CL gegen Warschau, veränderte Tuchel seine Elf auf vier Positionen, gab Götze, Bartra, Aubameyang und Piszczek eine Spielpause und setzte u.a. auf  Ramos und Dembelé, später dann noch Emre Mor. Es war ein ziemlich einseitiges Spiel, und Darmstadt, die im letzten Jahr die Dortmunder noch durch ein Last-minute-Tor ärgerten, hatte rein gar nichts entgegenzusetzen. Ein Schuss auf Bürki in der 59. Minute war alles. Dembelé und Guererro aber zauberten, dass es eine Art hatte. Gleich zwei Hackentricktore durch den auftrumpfenden Castro und durch Rode, und dann noch das 6:0 durch Emre Mor, das Ballbeherrschung in Perfektion bot, denn eine Flanke von Pulisic hätte jeder andere volley genommen, so schön kam Flanke auf den Fuß, aber Mor legte sich den Ball vor, was äußerst schwierig war und doch so leicht aussah, ließ den in die Schussbahn grätschenden Darmstädter vorbeisegeln und vollendete mit einem präzisen Schuss, und das alles in einer Geschwindigkeit, bei der auch bessere Mannschaften ihre liebe Not gehabt hätten. Das mangelnde Zusammenspiel, das noch gegen Leipzig zu bemängeln war, klappte prima, aber das liegt nicht daran, dass man bereits jetzt schon alles abrufen kann, was man im Training geübt hat, sondern es liegt schlicht an der Tatsache, dass die Jungs einfach schon wahnsinnig viel drauf haben. Die Kunst des Trainers besteht da nur darin, ein Klima zu schaffen, in dem sie ihr Genialität abrufen können. Es wird noch einige Rückschläge geben, wenn es gegen bessere Mannschaften geht, aber was gegen Darmstadt und Warschau zu sehen war, lässt einen mit der Zunge schnalzen.