Die Wahrheit über den 27. Spieltag

Im Abstiegskampf wird es jetzt noch einmal spannend. Frankfurts Eintracht gewinnt gegen den direkten Konkurrenten Hannover durch ein Abseitstor mit 1:0, das erste Tor Ben-Hatiras, der von Hertha eingekauft wurde. Ein Tor ist nicht viel für einen Stürmer, aber immerhin war es ein entscheidendes, denn jetzt liegt die Eintracht zehn Punkte vor Schlusslicht Hannover. Und trotzdem ist Frankfurt vom Relegationsplatz auf Platz 17 gerutscht, weil Hoffenheim mit 3:1 in Hamburg gewonnen hat und nun mit dem besseren Torverhältnis einen Platz gut gemacht hat. Jetzt kommt sogar der HSV mit 31 Punkten wieder ins trudeln, denn die Darmstädter, Bremer und Augsburger stehen dicht dahinter. In Hamburg spielte Schiedsrichter Knut Kircher die Hauptrolle, denn statt rot gab er nur gelb für Rene Adler, der Volland im Strafraum umriss und damit ein Tor verhinderte. Die Hamburger waren zwar überlegen, aber schafften es einfach nicht, ihre Chancen zu verwerten. Erst Kircher musste ihnen zu Hilfe eilen und ihnen einen Elfer schenken für ein Handspiel, das gar keins war. Hoffenheim hingegen konterte, und das nicht schlecht. Hoffenheim ist also im Aufwind und kann im nächsten Spiel gegen Köln die Abstiegsplätze verlassen. Am gefährdetsten ist die Eintracht mit ihrem neuen Trainer Kovac, der offenbar so überhaupt nicht in der Lage ist, Aufbruchsstimmung zu verbreiten, geschweige denn, eine Handschrift erkennen zu lassen. Auch für Bremen wird es schwer, aber immerhin gelingt ihnen hin und wieder auch ein tolles Spiel und immerhin haben sie es bis ins Pokalhalbfinale geschafft. Gegen Mainz taten sie sich wieder schwer und schafften mit Müh und Not ein 1:1. Überschattet wurde das Spiel durch den Bremer Abwehrspieler Papy Djilobodji, der nach einem Zweikampf mit Pablo De Blasis, dem er ins Gesicht griff und der daraufhin Strafstoß reklamierte, die Kopf-ab-Geste zeigte. Nicht schön und zeigt natürlich auch die Verrohung des Fußballs in den unteren Regionen, wenn vom Verein und Trainer jedes Mittel legitimiert wird, um weiter in der ersten Liga zu spielen und die Fernsehgelder zu kassieren. Hertha ergaunerte sich mit einem irregulären Treffer gegen Ingolstadt, dem ein klares Foul vorausging und das der Schiedsrichter nicht pfiff, obwohl er direkt daneben stand, drei Punkte und bleibt auf Platz drei. Direkt hinter ihnen befindet sich jetzt Schalke, weil die in einem vollkommen absurden Spiel gegen Gladbach 2:1 gewannen, denn Schalke spielte grottenschlecht, aber Gladbach vergab eine Chance nach der anderen und verhalf den Schalkern mit einem Eigentor, das als eines der kuriosesten Tore der Fußballgeschichte eingehen wird, zum Sieg. Und auch der CL-Viertelfinalist Wolfsburg blamierte sich mit einem 1:1 zu Hause gegen Darmstadt, woran man sieht, dass die CL- und Euroleague-Anwärter nicht viel zu bieten haben und sich die Punkte erzittern oder sie glücklichen Umständen oder den Schiedsrichtern verdanken. Und bei Bayern wird Götze nicht einmal mehr für die B-Elf nominiert. Nach dem geschenkten Weiterkommen in der CL gegen Juve dank des Schiedsrichters, der ein Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte, gewann Bayern in einem sogenannten »dreckigen Spiel« gegen zum Ende hin immer stärker werdende Kölner 1:0. Das war den Dortmundern in einer ähnlichen Situation nicht gelungen, als sie in Köln am Ende noch zwei Tore kassierten und verloren. Und das ist der Unterschied.