Die Wahrheit über BVB gegen Mainz

Ein eigenartiger, aber auch berührender Abend. Und danach wusste ich wieder einmal, warum ich BVB-Fan bin. Im Spiel des BVB vor heimischer Kulisse gegen Mainz, die zuletzt gegen fast alle CL-Anwärter gewonnen hatten (Gladbach, Schalke, Leverkusen und Bayern), gingen die Dortmunder sofort ein hohes Tempo und hielten die Mainzer in einer Weise in Schach, wie das nicht zu erwarten war, vor allem, weil der BVB einige englische Wochen hinter sich hatte. In der zweiten Halbzeit wurde es dann merkwürdig still im Stadion. Ein BVB-Fan war an einem Herzinfarkt gestorben, einen weiterer musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Fans rollten ihre Transparente ein und schwiegen. Schiedsrichter Aytekin fragte Reus, was sie angestellt hätten, weil die Südtribüne nicht zu hören war. Und als Kagawa das beruhigende 2:0 schoss, verzichtete man auf die obligatorische Tor-Musik. Und dann begann das ganze Stadion in 88. Minute »You never walk alone« zu singen. Selbst die Mainzer Fans. Auch wenn man das, wenn man tot ist, natürlich nicht mehr miterlebt, aber einen schöneren Abgang kann man sich kaum vorstellen. Als nach dem pünktlich abgepfiffenen Spiel alle wussten, was los war, standen die Dortmunder und Mainzer Spieler vor der Südtribüne, während das »You never walk alone« langsam verklang. In Hannover hingegen, wo die Heimmannschaft gut gespielt, aber trotzdem verloren hatte, drohten die Fans den Spielern, sie »abzustechen« und einen Kopf kürzer zu machen. Und einer hatte einen Strick dabei, an dem er die Spieler gerne baumeln sehen würde.