Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Der Hamburger SV stellte mit seinem Wirf-dich-in-jeden-Zweikampf-egal-wie-Stürmer Lasogga mal wieder unter Beweis, was für eine exzellente Tretertruppe sie haben, die es mit dieser Methode schon auf Platz 9 geschafft haben. Lasogga jedenfalls rutschte an der Seitenauslinie mit den Stollen voraus den Wolfsburger Dante ins rechte Standbein und es war ein Wunder, dass Dante danach noch spielen konnte. Alle, die das Foul am Bildschirm sahen, waren sich einig, dass Lasogga dunkelrot verdient gehabt hätte. Aber nicht nur bekam er gelb, weil der Schiedsrichter zu feige war, den Schlägertyp vom Platz zu stellen, Lasogga verteidigte auch noch sein Knochenbrechertackling mit dem Hinweis, er würde kein Schach spielen, und wenn er für dieses Foul rot gesehen hätte, würden Bundesligapartien mit nur zwei Mann auf dem Feld enden. Fußball aber ist kein Kampfsport. Lasogga sollte Rugby spielen. Da wäre er besser aufgehoben. Dabei hatte Lasogga dem später niedergestreckten Dante sogar noch das 1:0 das HSV zu verdanken, denn der ließ sich als letzter Mann von ihm den Ball abluchsen, was zum Führungstreffer der Hamburger durch Müller führte. Erst in der 2. Halbzeit wachte Wolfsburg auf und schaffte schließlich noch den Ausgleich. Die Fans aber waren unzufrieden und pfiffen ihre Mannschaft aus. Klar, Werkself. Solche Vereine haben keine Fans, sondern Zuschauer, und die Hälfte dieser Zuschauer arbeiten bei VW und werden wahlweise zwangsverpflichtet oder geködert. Insofern passierte in Stadion nur das, was nicht anders zu erwarten war. Im Duell der Verfolger von Dortmund spielte Leverkusen gegen Gladbach. Die einen gebeutelt durch eine Serie von Pleiten in der Liga und durch das Verpassen des CL-Achtelfinales, zu dem ihnen nur ein Törchen fehlte, das gegen eine B-Elf von Barcelona nicht so ganz unmöglich gewesen wäre, die anderen nach zehn ungeschlagenen Spielen in der Liga und als einzige Bayern-Bezwinger hoch gelobt und mit Rückenwind. Das sah nach einer klaren Sache aus. Und es wurde auch eine, nur nicht für den, von dem man es erwartet hätte. Gladbach und Leverkusen spielten ein ähnliches System mit Pressing und überfallartigen Kontern, nur unterliefen Gladbach zu viele Fehler, während den Leverkusenern alles gelang. Und zwar mit einem seit sieben Wochen auf der Bank schmorenden Kießling, der beim 5:0 an allen Toren beteiligt war und zwei davon selber erzielte. Jetzt offenbarte er, dass er zur Winterpause den Verein wechseln wird. Der Verein scheint ihn nicht halten zu wollen. Währenddessen nutzte Hertha die Schwächen der Spitzenvereine aus und schleicht sich mit einem 4:0-Sieg in Darmstadt an allen vorbei auf den dritten Platz und darf sich jetzt als erster Verfolger des BVB fühlen. Sehr lustig. Fast so lustig wie Schmadtke, der in der 1:1 endenden Partie Bremen gegen Köln den Schiedsrichter als »Eierkopf« beschimpfte und deshalb auf die Tribüne geschickt wurde. Dabei ist »Eierkopf« gar keine Beleidigung, wie Schmadtke völlig richtig feststellte. Das sagt Fup (6 Jahre) mindestens zehn Mal am Tag zu mir. Wenn ich ihn deshalb jedesmal auf die Tribüne schicken würde…