Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Die Dortmunder knüpften nahtlos an ihre Leistung letzte Woche gegen Hamburg an. Niemand scheint mehr den Glauben oder den Willen zu haben, den Zehn-Punkte Vorsprung auf die internationalen Plätze einholen zu wollen. Dabei ist es nicht so, dass man den Spielern Lustlosigkeit vorwerfen könnte. Sie mühen sich und rackern, aber in der dichtgestaffelten Kölner Abwehr fanden sie einfach die Lücke nicht. Fehl-, Rück- und Sicherheitspässe und Missverständnisse prägten das Dortmunder Spiel und man wusste nicht so recht, warum das so ist nach vier gewonnenen Ligaspielen. Lag es an Juventus, das Mittwoch nach Dortmund kommt? Lag es an den Kölnern, die genauso spielten, wie es die Dortmunder nicht mögen und wogegen sie keine Mittel finden? Warum findet Mkhitaryan nicht zu seiner Form? Warum bleibt Kagawa immer noch unter seinen Möglichkeiten? Köln hatte die eindeutig besseren Chancen, auch wenn sie vielleicht nur 30 Prozent Ballbesitz hatten. Aber genau das kommt eben heraus, wenn man sich hauptsächlich hinten die Bälle hin- und herschiebt und nach jeder Balleroberung darauf wartet, bis sich die Kölner Abwehr wieder sortiert hat. Die Kölner mussten nur darauf warten, bis einem Dortmunder im Mittelfeld ein Fehlpass unterlief und schon ging es zügig zum Tor. Zum Glück verdaddelten die Kölner ihre drei Großchancen wie das sonst nur die Dortmunder machen. Für das Highlight des öden Ballgeschiebes sorgte Aubameyang, der sich als die Hand Gottes versuchte, aber im Unterschied zu Maradonna dabei erwischt wurde. Zu offensichtlich war der Versuch. Und Marcel Reif kam schon ganz früh auf die Pressetribüne, um dem Kontakt mit seinen Zuhörern zu entgehen, er wurde sogar von einem Bodyguard bewacht. Niemand in Dortmund mag ihn und trotzdem darf er die Zuhörer quälen. Eine eigenartige Taktik, die der Bezahlsender sky da verfolgt. Jedenfalls ist Reif ein gutes Argument dafür, um das Spiel im Stadion zu gucken, aber nicht, um mehr Abonnenten zu kriegen. Im Vorfeld des Spiels Bremen gegen Bayern wurde mal erwähnt, dass Bayern von den Schiedsrichtern bevorzugt wird, nachdem ihnen im letzten Spiel ein Elfer geschenkt wurde. Gegen Bremen wurde ein Elfer gegen Bayern nicht gegeben. Natürlich weiß man nicht, ob der das Spiel entscheidend beeinflusst hätte, nachdem es am Ende 4:0 für die Bayern stand, aber es ist schon lustig, dass dieser Tatbestand statistisch ohne Ergebnis untersucht wird, dabei reicht der Augenschein und in diesem Fall das Bekenntnis des Schiedsrichters, der das Foul von Boateng an Prödl im Strafraum übersehen hatte. Jedenfalls treffen die Bayern wie sie wollen, während man bei Schmelzer schon beim Ansatz eines Schusses lieber die Augen schließt. Die Schiedsrichter scheinen sich das üble Foul von Behrami an Mkhitaryan letzte Woche angesehen zu haben und haben jetzt im Spiel des HSV in Hoffenheim die Konsequenz gezogen. Bereits in der 19. Minute musste Drobny wegen einer Notbremse vom Platz. Am Ende stand es 3:0 und Zinnbauer beklagte wahrscheinlich die mangelnde Härte seiner Mannschaft. Der VfB geht sehenden Auges dem Abstieg entgegen, denn auch nach der 4:0-Klatsche in Leverkusen hält Dutt an Stevens fest, und niemand weiß warum. Und Hertha klaut Schalke beim 2:2 einen Punkt, weil Wellenreuther, der gegen den BVB noch so sensationell gehalten hat, zwei schwere Patzer unterliefen.