Die Wahrheit über den 24. Spieltag

Eigentlich war es zu erwarten, dass es kein attraktives Spiel werden würde, denn der unter Druck stehende HSV-Trainer Zinnbauer würde für einen Punkt alles tun. Er baute einen Riegel um die Abwehr und sagte den Spielern, auf die Knochen zu gehen. Und das taten sie dann auch. Hummels sagte nach dem Spiel zwar, das Spiel wäre hart, aber nicht überhart gewesen, aber das ist wahrscheinlich der Perspektive auf dem Platz geschuldet, wo man nicht immer alles mitbekommt, aber am Schirm sah es aus, als würde Behrami unbedingt einen der Dortmunder als Invaliden vom Platz schicken wollen. Jedenfalls war das im Zweikampf gegen Mkhitaryan der Fall, dem er mit Vorsatz seinen Ellbogen in den Hals rammte. Eine klare rote Karte, die den Verlauf des Spiels völlig auf den Kopf gestellt hätte, denn die Hamburger hätten fast die gesamte Zeit über in Unterzahl spielen müssen. Gagelmann gab dem Treter aber nicht mal gelb, so dass die Hamburger das als Aufforderung verstehen konnten, in diesem Stil weiterzumachen. Es war dann auch nicht Gagelmann, der Behrami vom Platz nahm, obwohl er sich noch drei weitere ähnlich hässliche Fouls leistete, sondern Zinnbauer, der es selber nicht glauben konnte, dass Behrami noch nicht mit rot vom Feld geschickt worden war. Insofern war das positivste an diesem Spiel, dass keiner der Dortmunder ernsthaft verletzt wurde, ja es klingt fast wie ein Wunder, denn die Hamburger hatten es auf nichts anderes abgesehen, um das Spiel zu zerstören und die Dortmunder davon abzuhalten, ihr Spiel aufzuziehen. Diese Spielweise wird immer wieder mit Worten umschrieben, wie »sich Respekt verschaffen« oder »bissige Spielweise«, dabei handelt es sich einfach nur um üble Treterei. Und selbst van der Vaart, der später eingewechselt wurde und eigentlich als feiner Techniker gilt, wurde mit dem Auftrag auf den Platz geschickt, Subotic zu provozieren, was er auch gleich tat, indem er in ihn auf den herauslaufenden Weidenfeller schubste, sodaß beide zusammenprallten. Als Subotic  sich dann vor van der Vaart hinstellte, fiel der sofort wie vom Blitz getroffen um. Gagelmann gab beiden gelb und van der Vaart hatte seinen Auftrag erfüllt. Ein unansehnliches, zerfahrenes Spiel, in dem der HSV so gut wie nichts zustande brachte: 4 Torschüsse (12 der BVB) und auch in allen anderen statistischen Belangen war der HSV unterlegen, nur bei den Fouls führte der HSV mit 23:12. Ein Spiel ohne Tore und zum Vergessen, denn man sah mal wieder, dass Mannschaften, die spielen wollen, nicht dafür belohnt werden und nicht mal vom Schiedsrichter geschützt werden. Aber krasse Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern gab es auch in Augsburg, als in der 10. Minute ein Spieler von Augsburg im Strafraum klar von den Beinen geholt wurde, ohne dass es Strafstoß und eine rote Karte gegeben hätte. Immerhin ließ Gräfe dann die Augsburger schließlich doch gewinnen, indem er einen regulären Treffer der Wolfsburger einfach nicht anerkannte, aber daran sieht man, dass Spiele weniger durch das Auftreten der Mannschaften entschieden werden, sondern durch den Schiedsrichter. Klopp war schon froh, dass man den HSV auf Distanz gehalten hat, gegen den man leider eine desaströse Bilanz aufweist, aber gegenüber den Vereinen, die um die internationalen Plätze spielen hat Dortmund Punkte verloren, denn Schalke und Augsburg haben ihre Spiele gewonnen.