Die Wahrheit über den 33. Spieltag

Dafür, dass es im letzten Heimspiel des BVB um nichts mehr ging, weder für Dortmund, die Platz zwei sicher haben, noch für Hoffenheim, war es ein rasantes, schnelles und attraktives Spiel. Gut, die Dortmunder hatten noch etwas gutzumachen, weil sie im letzten Spiel der letzten Saison durch eine Niederlage gegen die Hoffenheimer deren Verbleib in der Bundesliga zu verantworten hatten. Ein dunkler Fleck auf der ansonsten so sauberen Weste des BVB. Und auch kein schöner Saisonausklang. Diesmal allerdings entzauberte nach der frühen Führung durch Firmino der BVB innerhalb von 15 Minuten die Hoffenheimer durch gleich drei Treffer. Dortmund lässt also nicht locker und versucht, für das Pokalfinale im Spielmodus zu bleiben. Spannend war es auf den unteren drei Plätzen, wo Braunschweig, Nürnberg und Hamburg um den Relegationsplatz kämpfen. Hamburg hatte gegen Bayern, die sich für die Schlappe gegen Real Madrid rehabilitieren mussten, keine Chance. Jedenfalls nicht über 90 Minuten. Nur in der ersten Hälfte spielte Hamburg noch fleißig mit, vergab aber seine Chancen so großzügig als würden sie ganz oben stehen. Götze durfte bei diesem unwichtigen Spiel auch mal wieder mitmachen und schoß gleich drei Tore. Er wollte vor einem Jahr nach München, um unter Guardiola zu trainieren. Von ihm hat er vor allem gelernt, bei den wichtigen Spielen auf der Bank zu sitzen und vielleicht die letzten zehn Minuten eingewechselt zu werden in einem System, dem das schnelle, fintenreiche und schöne Spiel verloren geht. Und schon wieder einer, der woanders nicht glücklich wurde. Nürnberg hatte die große Chance auf den Relegationsplatz. Zu Hause gegen Hannover 96 war das eine durchaus lösbare Aufgabe, aber die Abstiegsangst sitzt tief in den Knochen der Nürnberger. Jetzt sind sie weg vom Fenster, denn am letzten Spieltag geht es nach Gelsenkirchen, und auch wenn die Fans beider Mannschaften befreundet sind, die Schalker müssen punkten, weil ihnen Leverkusen im Nacken sitzt, die sich auch lieber direkt für die Champions-League qualifizieren würden. Braunschweig hätte nach Aussage des Trainers Lieberknecht Platz 16 am meisten verdient gehabt, verlor aber in der 94. Minute durch einen Lupfer 1:0 gegen Ausburg. Die letzte Chance der Braunschweiger heißt jetzt Hoffenheim, und die sind in der Tat für alles gut, während der HSV in Mainz antreten muß, die zwar 3:1 gegen Gladbach verloren haben, denen aber Augsburg im Kampf um Platz 7 im Nacken sitzt und die gewinnen müssen, um in der Europa-League mitmachen zu dürfen. Und sonst: Hoeneß hat angekündigt, nach seiner Haftstrafe wieder mitmischen zu wollen. Ob dann Guardiola noch da ist? Über seine Spielidee wird viel diskutiert. Vielleicht hat er ja gar nicht die richtigen Spieler dafür? Vielleicht reicht sein System für die Bundesliga, aber nicht für die CL? Jedenfalls deckten Dortmund und Real Madrid die Schwächen der bloß auf Ballbesitz fixierten Bayern auf, die Künstlern wie Götze nur hin und wieder eine Chance einräumt und sich abhängig macht von Ribery und Robben.