Die Wahrheit über den 19. Spieltag

Die Bundesliga eilt von Umsatzrekord zu Umsatzrekord und ist mittlerweile bei 2,172 Milliarden angelangt. Man verzeichnet die zweithöchsten Einnahmen in Europa. Besser ist nur die Premier-League, und die ist nur deshalb besser, weil dort diverse Ölmagnaten und Scheichs Vereine kaufen und in ihr neues Spielzeug investieren. Aber ohne Erfolg, denn zuletzt schaffte es kein englischer Verein ins Halbfinale der CL. Das könnte diesmal anders werden, denn Manchester City scheint nun die richtige Mischung gefunden zu haben, denn sie haben die auch nicht schlecht aufgestellten Gunners inzwischen an der Spitze abgelöst. Sie sind zudem eine der wenigen Mannschaften, die einen 2:0-Rückstand gegen die Bayern noch in einen Sieg umdrehen konnten. Vermutlich ist Manchester City neben Real Madrid und Paris eine der wenigen Mannschaften, die den Bayern Schwierigkeiten bereiten könnten. Dortmund jedenfalls wird nicht mehr dabei sein, und falls sie gegen Petersburg überhaupt weiterkommen, spätestens im Viertelfinale wird dann Schluß sein. Der BVB hat z.Z. ganz andere Schwierigkeiten, denn man muß sich gegen Mannschaften am Tabellenende durchsetzen. Immerhin hat der BVB in Braunschweig knapp und mit ein bißchen Glück 2:1 gewonnen, das ihnen in den letzten Partien gefehlt hat. Braunschweig hielt tapfer mit, weil Dortmund wie immer jede Mengen Chancen liegen ließ und schließlich unsicher wurde und sogar in die Bredouille geriet. Jetzt hat Dortmund den Serben Jojic verpflichtet, wieder ein junger talentierter Nachwuchsspieler für das kreative offensive Mittelfeld. Ob er es schafft, die Mannschaft zu verstärken wie damals Kagawa, ist nicht unbedingt gesagt. In Dortmund sind die Aufstiegschancen für junge Spieler geringer geworden. Diese Probleme hat Bayern nicht, denn sie bedienen sich aus dem Reservoir Dortmunder Spieler, die dort zur Weltklasse gereift sind, weshalb man Dortmund als das beste Ausbildungszentrum der Bayern betrachten kann. Nach dem fünften in Folge verlorenen Spiel gehen in Hamburg alle Warnleuchten an. Bei der 3:0-Pleite in Hoffenheim spielten die beiden schlechtesten Defensiven gegeneinander, allerdings hat Hoffenheim zumindest eine gute Offensive mit Firmino und Volland, der als Nachfolger für Lewandowski im Gespräch ist. Van Marwijk sieht nicht so aus, als ob er dem HSV Kampfgeist und Spielkultur zurückgeben könnte. Trotzdem hält der Sportchef an ihm fest mit der eigenartigen Begründung, daß bislang immer der Trainer der »Schuldige« gewesen sei und damit müsse nun Schluß sein. Aber es geht nicht um Schuld, sondern darum, ob der Trainer es versteht, die Mannschaft aus einer Negativserie wieder herauszuhelfen. Von mir aus muß das nicht sein und wenn van Marwijk den HSV in die 2. Liga führt, dann wird mir der Trainer um kein Stück unsympathischer werden, denn die Annahme, wie sie der zum Monster mutierte Boris Becker im Sportstudio äußerste, der HSV dürfe nicht absteigen, weil es der einzige Verein sei, der noch nie abgestiegen sei, ist einfach nur ein bißchen schwachsinnig.