Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Vorher wäre wohl jeder einigermaßen realistische BVB-Fan froh gewesen über einen Punkt. In der vorangehenden Nacht hatte ich geträumt, dass es wieder mal eine 5:0-Klatsche gesetzt hat, aber nach dem Spiel war die Enttäuschung groß und in der Milchbar rumorte heftiger Unwille zwischen den Holzstuhlreihen. Und auch Klopp dozierte, dass es eigentlich ziemlich einfach gewesen wäre, die drei in Aussicht stehenden Punkte einzusacken, die durch einen Sonntagsschuss Kubas schon so gut wie sicher waren, denn die Bayern spielten grottig. Okay, dem goldenen Treffer Kubas ging ein Fehler in der Ballannahme voraus, denn Valdez hat ziemliche technische Schwierigkeiten, aber dennoch war es unverdient, dass in der 2. Halbzeit aus dem Gewühl heraus der vollkommen dem Zufall zu verdankende Ausgleich fiel. Dortmund hatte einfach die besseren Chancen, aber Kringe brachte das Kunststück fertig, zwei Meter vor dem Tor einen Bayernspieler anzuschießen. Und zudem hatten es die Dortmunder schon ab der 23. Minuten nur noch mit neun Münchner Feldspielern zu tun, denn endlich wurde einer der unfairsten Spieler der Liga van Bommel konsequent vom Feld geschickt, auch wenn man für die beiden gelben Karten auch rot hätte zeigen können. Leider ist das Unterzahlspiel nicht immer ein Nachteil, nicht mal für die Bayern. Hoeneß schätzte die Lage ähnlich realistisch wie Klopp ein, als er davon sprach, dass man angesichts des Spielverlaufs froh über den einen Punkt sein könne, aber man sah, wie es in ihm arbeitete, und dass er es wahrscheinlich inzwischen für einen Fehler hält, Klinsmann für derartig viel Kohle verpflichtet zu haben, dass nichts mehr für Spielereinkäufe übrig geblieben ist. Und natürlich ließ er ein wenig das kleine arrogante Arschloch heraushängen, als er sagte, dass die Liga ja wohl jetzt schon total langweilig wäre, wenn die Bayern bereits sechs Punkte hätten. So befinden sie sich nicht mal im gesicherten Mittelfeld. Wenn man bedenkt, dass Dortmund auf die besten Spieler verzichten musste, dann wird erst so richtig deutlich, welche Leistung die Schwarzgelben vollbracht haben, denn sowohl Dede fiel durch einen Kreuzbandriss aus, als auch die Langzeitverletzten Tinga und Frei, ganz zu schweigen von Petric, der zu einem Schleuderpreis im Tauschgeschäft gegen einen Ägypter nach Hamburg transferiert wurde. Und wieder hat Zorc einen Spieler abgegeben, der es als einer der wenigen versteht, wirklich mit dem Ball umzugehen und Dinge damit anzustellen, von denen der Verstolperer Valdez nur träumen kann. Hoeneß wäre bestimmt nicht so dämlich gewesen, einen solchen Ausnahmespieler abzugeben. In Bremen hat man Pizarro von Chelsea zurückgeholt, wenn auch nur geliehen, aber dennoch reichte es nur für einen Punkt gegen Schalke, und das ist eine große Enttäuschung, denn Bremen war heillos überlegen, aber in der Abwehr nicht aufmerksam genug. So hat Hoffenheim als einzige Mannschaft die ersten beiden Spiele gewonnen und steht an der Spitze. Und Der BVB steht auf Platz 4. Diese Tabelle sollte man sich schon mal ausschneiden. So schnell kommt das nicht wieder.