Die Wahrheit über den 8. Spieltag

Lewandowski und Götze »zaubern Klopp aus der Krise« war im Fachidiotenblatt BamS zu lesen, nachdem Dortmund den Aufsteiger aus Augsburg zu Hause mit 4:0 geschlagen hatte. In Wirklichkeit konnte man sehen, daß sich seit der Niederlage in Marseille nicht viel geändert hat, obwohl Klopp die Mannschaft auf fünf Positionen umgekrempelt hatte. Die Dortmunder merkte man die Verunsicherung an, sie hatten sogar Glück, daß nach einem Mißverständnis zwischen Hummels und Weidenfeller, der völlig unmotiviert aus seinem Kasten gelaufen war, nicht das 1:0 für Augsburg fiel. Und auch die beiden Treffer für Dortmund entstanden nach Pingpong-Bällen und Gestochere, Tore, wie sie gegen Marseille nie gefallen wären. Und zu Beginn der zweiten Hälfte verschossen die Augsburger auch noch einen Elfer. Erst danach gelangen auch solche Kombinationen wie der zauberhafte Lupfer Lewandoskis über einen Augsburger in den Lauf von Götze, der wiederum den Ball elegant über Torhüter Jentzsch hob. Aber so sind die Spiele. Was in einem einfach nicht gelingen mag, klappt beim nächsten wunderbar, wobei allerdings nicht vergessen werden darf, daß Augsburg nicht nur ein Gegner aus dem Tabellenkeller ist, sie spielten auch schlecht, dabei wäre Dortmund an diesem Tag wahrscheinlich ein dankbarer Gegner für jeden selbstbewußt auftretenden Gegner aus den oberen Tabellenregionen gewesen. Man merkte von Beginn an, daß den Dortmundern Olympique Marseille in den Knochen steckte. Statt munter und risikofreudig nach vorne zu spielen, eine Strategie, die in der letzten Saison noch hervorragend geklappt hat, spielten die Dortmunder sehr verhalten und suchten die Lücke, die sie in der ersten halben Stunde einfach nicht fanden. Und Ausburg spielte, wie jede Mannschaft in Dortmund spielt, mit zwei defensiv ausgerichteten Viererreihen, auf Gott hoffend und auf einen Konter lauernd, also genau die Strategie, gegen die Dortmund z.Z. kein Rezept findet, weil niemand die Chancen verwertet. Augsburg kam kein Gott zu Hilfe und das eigene Vermögen reichte einfach nicht aus, um die Dortmunder ernsthaft zu gefährden. Das war im Spiel gegen Marseille ganz anders. Die mußten einfach nur auf die grotesken Abwehrschnitzer der Dortmunder warten, während sich die Dortmunder vorne heißliefen und Götze einfach nicht den Ball in den Maschen unterbrachte. Das war allerdings mehr als nur Zufall, es war in gewisser Weise Unvermögen, das aus dem Wunsch der jungen Spieler resultierte, ein schönes offensives Spiel abzuliefern, während der Gegner sie bei diesen Bemühungen auflaufen ließ, da Marseille nach einem vergurkten Saisonstart selbst im eigenen Stadion sich abwartend verhielt. Eigentlich ist es sehr erbitternd, daß die ihr spielerisches Unvermögen mit Taktik, Destruktion und Defensive ausgleichenden Mannschaften auch noch Erfolg damit haben. Vielleicht sollte man Schönheitsnoten einführen, wie beim Eislauf, aber ich wüßte jetzt schon, daß ich der aus sogenannten Experten bestehenden Jury nicht trauen würde. Dennoch hätte Bayern, hätte ein unabhängige Jury das Sagen, gegen Hoffenheim verloren. So reichte den Bayern nach einem schwächeren Spiel ein Unentschieden. Und da es genügend schwache Mannschaften in der Liga gibt, steht jetzt schon fest, wer das Rennen macht. Wieder mal steht einem also eine eher langweilige Saison bevor.