Die Wahrheit über den 33. Spieltag

Das hätte ich mir denken können. Und viele waren klüger als ich und haben es sich gedacht und gingen erst gar nicht mehr in den Intertank, in dem es an diesem nachmittag erfreulich übersichtlich war. Man konnte sich sogar bewegen und mußte nicht mal stehen. Aber davon hatte ich dann auch nichts, denn das Spiel in Bremen war die schlechteste Saisonleistung der Dortmunder. Für Dortmund geht es nur noch darum, irgendwelche Statistikrekorde zu knacken, und auch wenn man das als Fan gerne hätte, weil man dann immer damit angeben kann, war es eigentlich ganz sympathisch, daß den Spielern dieser Ehrgeiz offensichtlich abging. Sie wirkten nicht besonders spritzig, auch wenn sie über weite Strecken des Spiels überlegen waren, aber effektiver waren die Bremer, bei denen es ja noch um etwas ging, auch wenn ich es ein wenig ärgerlich fand, daß sie sich die nötigen Punkte nicht bereits gegen Wolfsburg geholt hatten, gegen die sie ein schwaches Spiel abgeliefert hatten. Aber auch ohne Bremen steht Wolfsburg dick im Abstiegskampf, weil die Werkstruppe es zu Hause gegen Kaiserslautern vergeigte, obwohl Magath vor dem Spiel apodiktisch verkündet hatte: »Wir müssen gewinnen und wir werden auch gewinnen.« Die Spieler sahen das offensichtlich anders, und ich finde, man sollte ihnen Respekt zollen, weil sie gerade daran arbeiten, einen überflüssigen Club aus der Liga zu befördern. Dazu trug auch der Lauterer Lakic bei, der ein Tor gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber schoß, der sich mit etwas Glück dann in der 2. Liga befindet. Von allen wird das als professionelle Einstellung gelobt, ich aber glaube eher, daß der Mann nicht ganz helle  ist. Gladbach hingegen landete gegen Freiburg seinen dritten Punch in Folge, hat nun die gleiche Punktzahl wie Wolfsburg und hat Frankfurt hinter sich gelassen. Ein kleines Wunder, denn lange sah Gladbach wie ein sicherer Absteiger aus. Hilfreich dabei war Daum, der die Eintracht richtig in die Scheiße geritten hat. Niemand hat etwas gegen die Eintracht, aber jeder findet, daß der Abstieg die angemessene Bestrafung für die Verpflichtung von Daum ist, der immer viel Wirbel macht und den man deshalb irrigerweise für einen befähigten Trainer hält. Jeder vernünftige Mensch weiß nach nur einem Kontakt mit ihm, daß er einen verscheißert, und nur Präsidenten und Sportdirektoren sind von Daums Motivationsbrammbramm beeindruckt. Die Fans quittierten die schwache Leistung ihrer Elf zunächst mit einer halbstündigen Schweigestunde, die die Eintrachtspieler nicht gerade aufgebaut haben dürfte. Nach dem Spiel stürmten sie den Rasen und demolierten eine 600000-Euro-Kamera der ARD. Podolski war verbittert darüber, weil die Kölner schnell die Flucht ergreifen mußten und ihre Nichtsabstiegsparty ins Wasser fiel. Aber es ist nicht schwer zu verstehen, daß es in Frankfurt wichtigere Dinge gab als den Nichtabstieg Kölns. Nach Heynckes, der in den Neunzigern eine der besten europäischen Vereinsmannschaften ruiniert hat, führt nun ein anderer Schwachkopf die Eintracht in die 2. Liga, die vorher zwar keine überragend gute, aber immerhin eine solide Mannschaft war. Dank Daum hat sie jetzt abgewirtschaftet. Und den Fans wird nun alles in die Schuhe geschoben. »Schande!« letterte die BamS fett, aber für das Desaster sind nicht die Fans verantwortlich, sondern Präsident Bruchhagen, der Daum engagiert hat und nun eine Bruchlandung hingelegt hat.