Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Eine ganze Halbzeit lang konnte man in Dortmund gegen den Spitzenreiter Leipzig ein hinreißendes Spiel der Borussia sehen, die den Gegner ziemlich an die Wand spielten mit schnellem Spiel und schönen Kombinationen, so dass man schon Hoffnung schöpfte, das Achtelfinale der CL gegen Paris könnte vielleicht doch noch nicht Endstation sein, aber dann kam die Halbzeit, es begann in Strömen zu regnen und wie aus dem Nichts und völlig grundlos unterlief ausgerechnet Bürki, der zuletzt so sensationell gehalten hat, ein dicker Patzer, als er völlig unnötig aus dem Kasten lief und versuchte den Ball vor dem heranstürmenden Werner wegzuköpfen, statt das Zagadou zu überlassen, der viel besser stand, mit der Folge, das der Ball Werner vor die Füße landete, der ihn nur noch einzuschieben brauchte. Und nur wenige Minuten später war es ausgerechnet Brandt, der in der 1. Hälfte ein so Weltklassetor geschossen hatte, dem eine Ballrückgabe missglückte, weil er den gerade aus dem Abseits trabenden Werner übersehen hatte, der nur noch Bürki zu umkurven brauchte, um den Ball unterzukriegen. Ausgerechnet Werner, dem bis dahin, wie er selber sagte, 100 Prozent Fehlpässe unterlaufen waren und völlig aus dem Spiel war, wurde von den Dortmundern wieder aufgebaut. Zwei lupenreine Eigentore und niemand kann sich diese Slapstickeinlagen erklären. Leider passieren den Dortmundern solche Patzer häufiger, weshalb sie gegen jede Mannschaft zu verlieren in der Lage sind. Danach war das Spiel zwar ausgeglichen, aber es brauchte nach der 3:2-Führung durch Sancho dann noch eines Patzers von Guerreiro, damit den Leipzigern der erneute Ausgleich zum 3:3 gelang. Die Bayern hingegen haben weit weniger derartige Blackouts, waren aber in Freiburg in einem erstaunlich ausgeglichenen Spiel die glücklichere Mannschaft und schossen in der 92. und 95. Minute dann doch noch die beiden Siegtreffer. Bayern befindet sich also wieder auf Erfolgskurs und konnte dank des Remis in Dortmund den Abstand zu Leipzig auf vier Punkte verkürzen. Aber auch auf den anderen Plätzen spielten sich jede Menge Dramen ab. So verlor die Eintracht zu Hause nach einer souveränen 2:0-Führung noch 4:2 gegen den Aufsteiger Köln. Eingeleitet wurde die Niederlage durch einen abgefälschten Weitschuss von Hector, ein Anschlusstreffer, der mehr als glücklich war. Dann musste der Mittelfeldstabilisator Rode verletzt vom Platz und das Unglück nahm seinen Lauf. Und Bremen verlor gleich mit 5:0 zu Hause gegen eher mittelmäßige Mainzer, die nicht nur gegen völlig verunsicherte Bremer schnelle Konter spielten, sondern auch einen Glückstag hatten, wie sich an dem kuriosen Tor sehen ließ, als eine Mainzer Flanke von einem Bremer Abwehrspieler an den Pfosten des eigenen Tores abgefälscht wurde, von wo der abgeprallte Ball vom Rücken des in die Ecke hechtenden Torwarts ins Tor trudelte. Ein Tor, wie man es nur ganz selten sieht. Und auch sonst hatte man den Eindruck, dass jeder Schuss ein Treffer war. Bremens Trainer Kohfeldt sah dem Debakel fassungslos zu und zum ersten Mal hatte man den Eindruck, als würde ihm einfach nichts mehr einfallen zur desolaten Leistung seiner Mannschaft. Auch den 1:0-Sieg der Hertha in Leverkusen haben vermutlich nicht viele Leute vorhergesehen, aber die dominanten Leverkusener hatten kein Rezept gegen die Berliner Mauertaktik, die von Klinsmann verschrieben worden war und mit zwei Siegen in Folge offensichtlich sogar zu helfen scheint. Immerhin gewannen die Gladbacher mal wieder standesgemäß gegen Paderborn, was, wie man vom BVB weiß, nicht selbstverständlich ist.