Die Wahrheit über den 15. Spieltag

So ein Spiel mit dieser Überlegenheit gab es lange nicht mehr, bei dem man sich entspannt zurücklehnen konnte, auch nicht gegen mittelmäßige Mannschaften wie Mainz, die nur die ersten zehn Minuten den Dortmundern etwas entgegenzusetzen hatten. Es dauerte dann zwar trotzdem bis zur 32. Minute, bis durch einen technisch hochwertigen Schuss von Reus das 1:0 fiel, aber nur deshalb, weil der Referee unverständlicherweise ein offensichtliches Handspiel im Strafraum der Mainzer nicht als Elfer wertete, und auch ein deutliches Gezerre am Trikot von Reus am Elfmeterpunkt wurde großzügig übersehen. Aber spätestens in der 2. Halbzeit waren die Mainzer ziemlich unterlegen, was nicht daran lag, dass sie schlecht spielten, sondern weil die Dortmunder endlich mal etwas engagierter zu Werke gingen. Und als sie dann auch noch versuchten, offensiv zu spielen und die Dortmunder in die eigene Hälfte zu drücken, boten sie den Dortmundern jede Menge Platz zum Kontern, wozu sich als erstes Zagadou eingeladen fühlte, der über den dreiviertel Platz (und nicht nur über den halben Platz, wie im Kicker-Bericht stand) rannte, ohne von einem Mainzer gestört zu werden, um dann präzise auf Sancho zu passen. Das 3:0 durch Hazard war allerdings nicht unhaltbar und das letzte Tor durch Schulz, der für Guerreiro spielte, aus spitzem Winkel war eher ein Glücksschuss. Aber Favre war ziemlich zufrieden über das »ziemlich gute« Spiel seiner Mannschaft, die sich nach vier Erfolgen in Folge wieder ein bisschen gefangen zu haben scheint, es allerdings auch nicht gerade mit starken Gegnern zu tun hatte. Morgen bereits zu Hause gegen Leipzig wird sich herausstellen, ob die gegenwärtige Form auch für einen guten Gegner ausreicht, denn Leipzig gewann souverän mit 3:0 bei allerdings ziemlich indisponierten Düsseldorfern, gegen die schon der BVB mit 5:0 gewonnen hatte. Richtig spektakulär war das alles nicht. Das war nur das Spiel der Bayern zu Hause gegen Bremen, denn obwohl die Sache auf dem Papier ziemlich eindeutig war, gingen die Bremer durch Rashica 1:0 in Führung, der Boateng vor ziemliche Probleme stellt. Auch ein 2:0 wäre möglich gewesen, weshalb man schon leise zu hoffen begann, dass die Bayern wie schon in den letzten beiden Spielen ihre Überlegenheit einfach nicht in Tore umwandeln könnten. Aber diesmal spielte Coutinho von Beginn an mit und zeigte, dass er ein großer Ausnahmespieler ist, der elegant Tore vorbereitete und auch selbst gleich drei sensationelle Treffer beisteuerte. Mit einem Coutinho in dieser Form wird es auch in diesem Jahr kein Problem für Bayern sein, Meister zu werden. Leipzig könnte ihnen dabei ein wenig im Weg stehen, aber Gladbach ist einfach nicht gut genug und hat bislang am Limit gespielt. Zuletzt aber haben sie in der Euroleague gezeigt, dass man nicht mal gegen eine mittelmäßige türkische Mannschaft trotz Überlegenheit ein Unentschieden über die Runden bringen kann, sondern sich noch in der Nachspielzeit die Butter vom Brot nehmen ließ und als einzige deutsche Mannschaft aus den beiden internationalen Wettbewerben rausflog. Klinsmann schaffte im 3. Spiel für Hertha den ersten Sieg zu Hause gegen Freiburg, ein trostloses Gewürge, das 1:0 endete, ein Spiel, das man nicht sehen musste, im Gegensatz zu dem attraktiven 1:1 der Unioner in Paderborn.