Die Wahrheit über den 14. Spieltag

Endlich mal wieder ein Spieltag nach Maß. Die Bayern verlieren trotz drückender Überlegenheit und jeder Menge Chancen 2:1 in Gladbach. Und zwar schon das 2. Spiel hintereinander. Schon eine Woche vorher hatten die Münchner Leverkusen fest im Griff, hatten Chancen ohne Ende und gingen fassungslos und mit leeren Händen vom Platz. Auch in Gladbach, wo man hätte gewinnen müssen, um den Punkterückstand zu verringern, der nach der Pleite nun auf sieben Punkte angestiegen ist, passierte das Unerklärliche, denn nach dem 1:0 durch Perisic kurz nach der Pause, wachten die Gladbacher plötzlich auf und wehrten sich, pressten ihrerseits und spielten auch mal nach vorne. Es ist lange her, dass die Fohlen gegen die Bayern auf Augenhöhe spielten. Manchmal konnten sie die Bayern auch mal ärgern, aber diesmal stand Gladbach auf Platz 1 und das nunmehr schon seit acht Wochen. Vielleicht weil Bayern die plötzliche Gegenwehr nicht gewohnt war, erfüllte sich der Gladbacher Traum, mit dem nach dem 1:0 kaum jemand gerechnet haben dürfte. Und das in einem wunderbaren Finale, das niemand hätte besser inszenieren können, denn in der 92. Minute räumte Martinez den Gladbacher Thuram im Strafraum ab, kassierte dafür rot und einen Elfer, den Bensebaini, dem schon vorher per Kopfball der Ausgleich gelungen war, sicher verwandelte. Der Münchner Stinkstiefel Müller, der für die Entlassung von Kovac gesorgt hatte, war anschließend ziemlich erschüttert darüber, dass Bayern für ihre Spielart gelobt wurde, obwohl nicht ein Pünktchen dabei herausgekommen war, was nicht sehr oft vorgekommen ist in den letzten Jahren. Nachdem der BVB, der durch seine desaströsen Auftritte nicht mehr besonders im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit steht, nach seinem Zittersieg bei Hertha und dem Blender Klinsmann endlich mal wieder befreit aufgespielt hat und Düsseldorf mit 5:0 weggepustet hat, atmet man in Dortmund wieder etwas auf und verlängert dadurch nur das Elend, das mit Favre als Trainer durch diesen Erfolg nicht beendet sein wird. Fortuna war zwar in der letzten Saison noch der Favoritenschreck, diesmal aber konnte man einen Klassenunterschied erkennen. Dennoch war der Sieg nicht durchweg glänzend, trotz der neuen schwarz und edel aussehenden Trikot-Sonderedition, die nach 150 Minuten ausverkauft war, denn in der 1. Halbzeit fiel den Dortmundern lange nichts ein, wie sie den Düsseldorfer Abwehrriegel knacken könnten. Immerhin reichte ein Gedankenblitz von Piszczek und Reus, um kurz vor der Pause das 1:0 zu erzielen. Danach drehte das Offensivtrio, Reus, Hazard und Sancho richtig auf und ließ seine Genialität aufblitzen, die man gegen einen mittelmäßigen Gegner allerdings nicht allzu euphorisch beurteilen sollte. Morgen gegen Slavia Prag in der Champions-League haben sie einen weit unangenehmeren Gegner vor der Brust. Und da könnten sie mal zeigen, was sie wirklich drauf haben, auch wenn ihnen das nicht viel nützt, wenn Inter gegen Barca gewinnt, was nicht sehr unwahrscheinlich ist, denn die Spanier sind bereits qualifiziert und müssen sich kein Bein mehr ausreißen. Schön war auch der 2:1-Sieg Leverkusens gegen Schalke, während ich persönlich im Spiel Leipzig gegen Hoffenheim ein trostloses Remis dem leider glänzenden 3:1-Sieg der Leiziger vorgezogen hätte. Auch das 1:0 der Freiburger gegen Wolfsburg ist ein schönes Ergebnis, wenn es auch kein schönes Spiel war, weil man mehr als den allerdings sensationellen Freistoßtreffer Schmids nicht gesehen haben musste.