Die Wahrheit über den 33. Spieltag

»Und Ihr wollt deutscher Meister werden?«, sangen die Fortuna-Fans voller Spott über eine weitere Zitterpartie, die die Dortmunder im eigenen Stadion hingelegt hatten, als die Düsseldorfer in der Nachspielzeit mit einem Spieler weniger noch den 3:2-Anschlusstreffer erzielten, die Dortmunder in ihrer eigenen Hälfte festnagelten und in der allerletzten Minute noch zwei Riesenchancen erspielten. Sogar einen Elfmeter, der allerdings zu Unrecht gegeben wurde, auch wenn sich der Dortmunder Ersatztorhüter Hitz mehr als dämlich dabei anstellte, mussten die Düsseldorfer danebenschießen, um dem BVB zu drei Punkten zu verhelfen. Nein, man kann nicht sagen, dass die Dortmunder diese Partie verdient gewonnen haben, sondern mal wieder unter Beweis gestellt haben, wie unglaublich wacklig und verunsichert sie sind, wenn der Gegner mit Courage, Leidenschaft und Willen auftritt, auch wenn ihre spielerischen Mittel beschränkt sind, was der Fortuna allerdings nicht wirklich anzusehen war, im Gegenteil, hatte man nicht den Eindruck, dass sie spielerisch nicht mithalten könnte. Ihr schnelles und durchaus präzises Konterspiel brachte die Dortmunder ein ums andere Mal schwer in Bedrängnis. Trotzdem sorgten die Dortmunder mal wieder selbst für die gegnerischen Tore. Diesmal war es der für den verletzten Bürki spielende Hitz, der sich an seinem Kollegen ein Vorbild nahm und ebenfalls einen harmlosen Ball durch die Beine rutschen ließ. Und man kann nur froh sein, dass die Saison nächste Woche zu Ende geht, denn man kann z.Z. bei den Dortmundern nur in einer Sache sicher sein, nämlich, dass sie mit haarsträubenden Fehlern hart an der Niederlage arbeiten, was ihnen im Abschlussspiel gegen wieder erstarkte Gladbacher ganz gut gelingen dürfte. Pulisic, neben Delany der einzige Lichtblick in der Dortmunder Elf, wurde verabschiedet, Schmelzer kam in der Nachspielzeit, damit der zuletzt nicht mehr berücksichtigte ehemalige Dortmunder Kapitän sich verabschieden konnte. Es war wie immer ein Drama, aber ein Drama der peinlichen Art, und dass die deutsche Meisterschaft noch nicht entschieden ist, ist nicht dem souveränen Auftreten der Dortmunder zu verdanken, sondern einer fragwürdigen Videoentscheidung aus Köln im Spiel Leipzig gegen Bayern, als wieder mal ein Millimeter-Abseitstor nicht gegeben wurde. Bayern jedenfalls spielte gegen den Tabellendritten aus Leipzig über weite Strecken überlegen und verpasste einige Mal mit dicken Chancen den letzten Punkt, der rechnerisch für die Meisterschaft gereicht hätte. Watzke meinte in der Pressekonferenz, dass jetzt der Druck in München liege, denn die müssten jetzt mindestens ein Unentschieden gegen die Eintracht schaffen, während der BVB befreit aufspielen könne, was sich wie ein Hintertreppenwitz anhörte, denn nichts spricht dafür, dass die Dortmunder im letzten Spiel nicht vor sich hinzittern, und die Bayern gegen die Eintracht kaum Schwierigkeiten haben dürften, denn seit des verpassten Einzugs ins Euroleague-Endspiel gegen Chelsea ist die Eintracht deprimiert und verliert ein Bundesligaspiel nach dem anderen, sogar zu Hause gegen Mainz. Analysten haben schon in Zeiten des 9-Punkte-Vorsprungs den Dortmundern keine großen Chancen eingeräumt, jetzt sind bei Null. Was man vorher auch schon wusste: Hannover und Nürnberg sind abgestiegen, Stuttgart ist in der Relegation. Nur um den letzten CL-Platz rangeln sich noch Gladbach, Leverkusen und Frankfurt. Gladbach konnte mal wieder drei Punkte holen, wenngleich nur beim Club, während Leverkusen nach dem furiosen 6:1 gegen die Eintracht über ein mittelmäßiges 1:1 gegen Schalke nicht hinauskam.