Die Wahrheit über den 21. Spieltag

Der BVB macht es spannend. Bei den Dortmundern ist es jedenfalls nicht so langweilig wie in den letzten sechs Jahren, als Bayern Meister wurde. Dreimal hintereinander haben sie bereits nur Remis gespielt. War das 3:3 im Pokalfight gegen Werder schon schlimm, weil man zwei völlig unnötige späte Tore hinnehmen musste, die zum Elfmeterschießen führten, so war dieses 3:3 zu Hause gegen Hoffenheim eigentlich noch viel schlimmer, weil man bis zur 75. Minute 3:0 führte und dann innerhalb von 12 Minuten drei Gegentore kassierte. Und das nicht einmal zu Unrecht. Zwar fehlte erneut Reus, aber sonst waren die Grippekranken fast alle wieder genesen, vor allem war Sancho wieder zurück und zeigte, dass ohne ihn gerade nicht allzuviel läuft in Dortmund. Seine Sololäufe, sein Antritt und seine Finten sind von keinem Spieler der Welt zu verteidigen. Das erste Tor schoss er selbst, die beiden anderen bereitete er auf geniale Weise vor. Das war in der ersten Halbzeit allerdings auch relativ leicht, denn Hoffenheim spielte sehr zurückhaltend und kam kein einziges Mal wirklich gefährlich vor das Tor. Das änderte sich schlagartig in der 2. Halbzeit, als mit Geiger und Belfodil zwei neue Spieler für Hoffenheim aufliefen. Plötzlich spielten sie aggressiv und setzten den ballführenden Mann frühzeitig unter Druck. Und Dortmund fing an zu schwimmen. Eine torgefährliche Situation reihte sich an die andere, aber der Anschlusstreffer wollte nicht fallen, stattdessen erzielten die Dortmunder wunderschön kombinierend nach Hackentrick von Sancho auf Götze, der in den Rückraum auf Guerreiro passte das 3:0. Aber die Hoffenheimer ließen sich nicht beeindrucken und spielten einfach ihr Spiel weiter. Hätte Sancho nach einem Konter das 4:0 erzielt, wäre das Spiel entgültig entschieden gewesen, aber auch einem Sancho gelingt eben nicht alles. Aber auch der Drei-Tore-Vorsprung muss 15 Minuten vor Abpfiff eigentlich reichen. Leider aber klappte bei Hoffenheim nunmehr all das, was vorher misslang. Und als Sancho nach hinten verteidigte und ein leichter Rempler als Strafstoß gewertet wurde, war das Schicksal besiegelt, denn ausgerechnet die beiden eingewechselten Hoffenheimer erzielten den Ausgleich. Der Strafstoß war zwar eine Fehlentscheidung, aber man kann so eine Flanke aus dem Halbfeld auch verteidigen. Aber Diallo und Hakimi waren an diesem Tag von der Rolle, und die Dortmunder Trainerbank traf merkwürdige Entscheidungen und setzte völlig falsche Signale, denn man wechselte mit Toprak für Götze einen Defensivmann ein, der das fragile Gefüge noch mehr chaotisierte, denn kurz darauf fielen zwei Hoffenheim-Tore. Und als Dortmund versuchte, noch den Siegtreffer zu erzielen, wechselte man in der 92. Minute völlig sinnlos Wolf für Guerreiro ein, was man nur macht, wenn man auf Zeit spielen will, die man nicht hatte. Es sind zwar immer noch 5 Punkte Vorsprung vor Bayern, die gegen Schalke natürlich nicht viel Mühe hatten, aber das bedenkliche ist die augenblickliche Formschwäche, die ohne Reus noch verschärft wird. Und diese Formschwäche kommt nicht gerade gelegen, denn so hat man in der CL gegen Tottenham am Mittwoch kaum Chancen. Danach muss man zum Club, dem das Wasser bis zum Hals steht. Auch das ist keine angenehme Aufgabe, denn die haben nach der Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Hannover nichts mehr zu verlieren.