Die Wahrheit über den 13. Spieltag

Dass das Heimspiel der Dortmunder gegen Freiburg kein Selbstläufer werden würde, war zu erwarten, denn nicht nur fordern trotz großen Kaders die englischen Wochen ihren Tribut, auch versuchen die gegnerischen Trainer natürlich ein Rezept zu finden, um die Offensive der Dortmunder möglichst wirkungslos zu machen, weil nach diversen Spielen zu sehen war, dass die meisten Bundesligavereine auf diesem Niveau nicht mithalten können. Wenn sie das Spiel offen gestalten wollten, also selbst in die Offensive gehen wollten, dann konnte es hin und wieder sein, dass sie eine ordentliche Packung bekamen. Also verfiel der Freiburg-Trainer Streich auf die naheliegende Idee, mit einer Fünferkette die Räumen möglichst so eng zu machen, dass sie sich spielerisch nur schwer aushebeln ließ. Natürlich kommt unter solchen Voraussetzungen kein spannendes Spiel zustande. Und so war es auch an diesem Abend in Dortmunder Stadion, wo das Spiel fast ausschließlich in der Freiburger Hälfte stattfand, es also lediglich um die Frage ging, würde es den Dortmundern gelingen, den Riegel zu knacken, oder würden sie sich die Zähne daran ausbeißen, was erfahrungsgemäß nicht sonderlich attraktiv ist. Zudem war es merkwürdig still im Stadion, weil die Fans gegen die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball protestierten, ein Kampf gegen Windmühlen, denn weder die Vereine noch dazn oder sky werden damit aufhören, aus der Leidenschaft für den Fußball pekuniär alles herauszupressen, was nur irgendwie geht. Trotz dieser Widrigkeiten, versuchten die Dortmunder, mit schnellen Kombinationen die Abwehr in Verlegenheit zu bringen, was ihnen hin und wieder auch tatsächlich gelang. Vor allem Sanchez ist kaum zu bremsen, und man fragt sich, wie es in so kurzer Zeit zu dieser Leistungsexplosion kommen konnte. Man kann jetzt schon sicher sein, dass alle großen europäischen Vereine ihn im Visier haben, denn er ist für jede Mannschaft ein großer Gewinn, weil er durch seine Dribbelkünste und seine Schnelligkeit in der Lage ist, zwei, ja sogar drei Mann auf sich zu ziehen, die dann natürlich woanders fehlen. Er hat einen sensationellen Überblick und seine Vorlagen sind klug und präzise. Er ist jetzt schon ein einzigartiges Talent, und wie es aussieht, auch ein Talent, dass mit seinen Gaben nur auf dem Spielfeld verschwenderisch umgeht, dem der plötzliche Reichtum nicht so zu Kopf steigt wie Dembele, der mit seinen Starallüren nicht einmal für Barcelona tragbar ist, wo man ihn gerne wieder los werden würde. Auch diesmal hatte der BVB Sancho das alles entscheidende Tor zu verdanken, wenngleich nur durch ein an ihn begangenes Foul im Strafraum. Reus verwandelte den Elfer und schuf dadurch eine knappe Führung, die nur einmal durch einen an die Latte klatschenden Freistoßschuss gefährdet war. Auch diesmal wurde Alcacer erst spät für Götze eingewechselt, und auch diesmal gelang ihm in der Nachspielzeit nach Vorlage von Pisczcek das 2:0. Obwohl er zumeist nur 20 Minuten auf dem Platz steht, führt er die Torschützenliste an. Bayern siegt nun auch wieder, aber der Unbesiegbarkeitsnimbus ist verloren gegangen. In Bremen spielte man die letzten zehn Minuten auf Zeit, um die 2:1-Führung irgendwie über die Runden zu kriegen, die sehr glücklich durch einen Abpraller zustande kam, während Sahin nicht schnell genug war, um die Flanke von Müller zu verhindern.