Die Wahrheit über den 4. Spieltag

Nach der mehr als mäßigen Vorstellung des BVB gegen Brügge in der CL, die nur durch einen glücklichen Abpraller für die Dortmunder entschieden wurde, aber ansonsten sehr an die unseligen Spiele gegen Nikosia in der letzten Saison erinnerte, die immerhin der Grund waren für den radikalen Umbau der Mannschaft, knüpften die Dortmunder in Hoffenheim an ihrer unterirdischen Leistung nahtlos an. Schon werden die ersten Zweifel geäußert, ob Favre der richtige Trainer sei, denn so einfallslos spielen zu lassen, sollte auch anderen gelingen. Favre setzte Götze auf die Tribüne, weil dessen Leistung gegen Brügge eher unauffällig war. Aber dieser Logik zufolge hätte Favre die gesamte Mannschaft auf die Tribüne schicken müssen, aber Favre setzt lieber auf seinen Zögling aus Gladbacher Zeiten Dahoud, dessen Pässe aber die Präzision vermissen lassen, der in manchen Situationen einfach zu langsam ist und der, statt das Spiel zu öffnen und zu beschleunigen, den Ball lieber selber nach vorne schleppt. Aber das ist nur die auffälligste Randnotiz, denn bei fast allen Dortmundern könnte man sich ähnlich fragen, warum sie auf dem Platz standen. Hoffenheim war nach einem kurzen Feuerwerk der Dortmunder zu Beginn der Partie in allen Belangen überlegen und daran änderte sich auch nach der Pause nichts, wo man vielleicht die Spielweise neu justieren hätte können. Der BVB hatte zweifellos Glück, da sind sich die Experten alle einig, denn Hoffenheim spielte nicht nur überlegen, sie hatten auch etliche Großchancen, als Bittencourt allein vor Bürki auftauchte oder Beldodil in der Nachspielzeit zwei Meter vor dem Tor nicht traf. Der BVB hatte es nicht verdient, einen Punkt mitzunehmen, weil sie einfach die schlechtere Mannschaft war. Aber gleichzeitig wurde der BVB massiv vom Schiedsrichter benachteiligt, denn Pulisic wurde in der Anfangsphase klar gefoult, und zwar auf der Strafraumlinie, und man weiß nicht, warum es den Videobeweis gibt, wenn man den Schiedsrichter einfach weiterspielen lässt, denn in der Wiederholung der Szene konnte kein Zweifel mehr an dem Foul bestehen. Und dass schließlich Diallo vom Platz gestellt wurde, weil er als letzter Mann Kramaric angeblich zu Fall brachte, war nach näherer Sichtung der Szene ein Witz, denn es handelte sich um einen Zweikampf, in dem Diallo den Ball zum Torwart zurückköpfte, bevor sich Kramaric zu Boden fallen ließ. Eine »harte Entscheidung«, hieß es, aber es war keine harte, sondern eine falsche Entscheidung. Und schließlich hatte Hoffenheim auch noch Glück, denn das 1:0 durch Joelinton kam nur zustande, weil der Brasilianer beim Schuss ausrutschte und erst dadurch dem Ball die richtige Richtung gab. Und auch außerhalb des Spielfelds endete die Partie mit einem miesen Remis, denn das Eigentor durch Hopp, der als zartfühlender Mäzen seine guten Taten für den Fußball nicht genügend gewürdigt sah und beleidigt von Schmähgesängen gegen 30 BVB-Fans Strafanzeige gestellt hatte, glichen die Südtribünen-Fans mit einem Banner aus, auf dem stand: »Hasta la vista, Hopp« mit Hopps Konterfei in einer Zielscheibe, was ebenso einfallslos wie geistlos ist, aber auch gleichzeitig zeigt, auf welchem Niveau im Fußball Auseinandersetzungen stattfinden. Aber es passt zum trüben Erscheinungsbild, das die Dortmunder z.Z. abgeben, die in dieser Form gegen die meisten Bundesligateams keine Chance haben dürften, nicht mal gegen den Club, gegen den es am Mittwoch geht und der gegen Hannover 2:0 gewann.