Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Bereits nach dem 2. Spieltag hat man das Gefühl von business as usual, denn Bayern siegt auch diesmal wieder ohne Probleme. Stuttgart kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus, oder wollte das erst gar nicht, um die Niederlage nicht noch höher als bloß 3:0 ausfallen zu fallen, und diesmal benötigten die Bayern nicht mal eine Schwalbe von Ribéry, um das Spiel zu drehen. Beim 0:0 in Hannover zeigte der BVB vor allem, dass man noch weit entfernt ist von einer Form, mit der man den Bayern gefährlich werden könnte. Die Dortmunder waren in den Zweikämpfen nicht präsent genug und verloren zu schnell wieder den Ball. So sah die Diagnose von Lucien Favre aus, und da könnte man noch einiges hinzufügen, denn die Dortmunder spielten nicht präzise und ließen sich durch das hohe Anlaufen der Hannoveraner unter Druck setzen. Wenn aber eine Mannschaft die andere schon in deren Hälfte beharkt, dann sollte eine Mannschaft mit dem Anspruch des BVB in der Lage sein, die sich bietenden Räume zu nutzen, wozu es aber eines Spielmachers bedarf, der mehr zustande bringt als Dahoud, der zwar fleißig läuft, aber viel zu selten einen entscheidenden Pass zustande bringt. Dennoch hätte der BVB das Spiel gewinnen müssen, aber Reus vergab zwei hunderprozentige Chancen. Hannover spielte hingegen an seinem Limit, ohne sich auch nur eine einzige erwähnenswerte Chance zu erspielen. Zumindest hat der BVB begriffen, dass es nicht mehr auf Ballbesitz allein ankommt, d.h. die Innenverteidiger spielten nicht mehr wie in der letzten unglückseligen Saison hinten den Ball hin und her, sondern Diallo und Akanji spielten häufig auch steil, aber es gibt im Dortmunder Spiel einfach noch zu viele Missverständisse, er knarzt im Spielaufbau, und das ist auch nicht verwunderlich, ist Favre doch mit der nicht ganz leichten Aufgabe konfrontiert, jede Menge neue Spieler zu integrieren, während die Bayern sich auf den alten eingespielten Kader verlassen können. Die Überraschungen dieses Spieltags spielten sich in anderen Stadien ab. Wolfsburg gewann bei den hoch favorisierten Leverkusenern mit 3:1 und machte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, wieder an die letzte Saison anknüpfen zu wollen. Die VW-Wölfe spielten auf Augenhöhe und hielten auch in Phasen dagegen, als Leverkusen überlegen war. Jetzt muss Heiko Herrlich mit seiner Mannschaft beim nächsten Spiel zu den Bayern und wird dann seine 3. Niederlage kassieren. Dann allerdings wird die Sache schon etwas unangenehmer. Nach Frankfurt ist der verlorene Sohn Kevin Trapp zurückgekehrt, nachdem er in Paris nur noch geringe Chancen hatte, das Tor zu hüten. Sein Einstand gegen Bremen war jedoch nicht sehr erfreulich, denn in einem hart umkämpften Spiel gewannen die Werderaner in der 96. Minute durch ein Freistoßtor von Rashica. Dabei musste die Eintracht eine Stunde lang in Unterzahl spielen, weil der Linksverteidiger Willems seine Nerven nicht im Griff hatte und seinem Gegner so offenkundig ins Gesicht schlug, dass nicht mal ein Videobeweis nötig war, woran man sehen kann, dass man trotz der drei Punkte, die man Freiburg holte, nervös ist, denn auch bei der Eintracht ist der Umbruch riesig, während die Bremer sich mit Sahin verstärkt haben und mit ihm zusätzliche Spielstärke gewinnen dürften, während in Dortmund der ehemalige Bremer Delany im Mittelfeld die Bälle erobern soll. Die Frage ist: Wer profitiert mehr davon?