Die Wahrheit über den 34. Spieltag

Eine Überraschung war es nicht mehr, denn die Bremer waren von dem 120-minütigen und ziemlich nervig-langweiligen Uefacup-Finale einfach platt und frustriert. Es hätte der größte Erfolg der Vereinsgeschichte werden können und dann wurde es eine große Pleite, denn Bremen spielte unterirdisch, und in der Liga ging es sowieso um nichts mehr. Für Wolfsburg war es also keine große Sache mehr, aber dass sie Bremen gleich mit 5:1 deklassierten und Dzeko und Grafite mit zusammen 54 Treffern den alten Torrekord von Müller und Hoeneß einstellten, und das in einer Zeit, in der es ja nicht mehr so einfach ist wie Anfang der siebziger Jahre, das war dann doch etwas überraschend. Vorhersehbar ist es allerdings, dass Wolfsburg nach dem Weggang von Magath und mit dem neuen Trainer Armin Veh in der CL nur ein kurzes Gastspiel geben wird. Alle anderen Vereine jedoch auch. Hertha, die immerhin noch die Chance auf die CL hatte, wenn München und Stuttgart Remis gespielt hätten, unterstrich das noch einmal in einem sagenhaft schlechten Spiel und verlor beim Absteiger Karlsruhe mit 4:0, denen die späte Rückkehr in die Erfolgsspur jedoch nicht mehr reichte, weil Leverkusen, von denen man annahm, sie würden ganz oben mitmischen, mit einem 3:0 in der Lausitz seinen Beitrag zum Aufbau Ost leistete. Vielleicht gibt es ja zwischen Leverkusen und Cottbus eine Städtepartnerschaft. Passen würde es, denn Leverkusen kann mit Recht behaupten, das Cottbus des Westens zu sein. Zumindest ist endlich mal das als unabsteigbar geltende Bielefeld weg vom Fenster, denn obwohl sie in dieser Saison ein dankbarer Gegner für den BVB waren, mag die für ihre unattraktive Spielweise berüchtigten Ostwestfalen nicht wirklich jemand. Man muß schon da her kommen, um für diesen Verein etwas zu empfinden. Und deshalb tut es mir nur leid für Herrn Zippert und Herrn Tietz, denn die kommen von da her. Tragisch an diesem Tag war nur, dass Dortmund die Teilnahme an der neuen Euro-Liga im letzten Spiel verbaselt hat. Wie immer, muß man hinzufügen, auch wenn ich diesmal daran geglaubt habe, denn Dortmund hatte einen Lauf und sich vor einer Woche sensationellerweise vor den HSV gedrängt. Aber auch Gladbach brauchte noch einen Punkt, wenn auch nur aus Gründen endgültiger Sicherheit. Und diesen Punkt holten sie sich dann auch, und zwar mit Hängen und Würgen, während Valdez sich wieder als Meister des Chancentods erwies. Und dann hofften die Schwarzgelben wahrscheinlich auch darauf, dass das 2:2 in Frankfurt gegen den HSV halten würde, aber dort schoss Trochowski in der Nachspielzeit noch den Siegtreffer und den HSV ins internationale Geschäft. Dazu passte es dann auch, dass der Treffer aus einer Abseitsposition erzielt wurde. Aber das war nur das Sahnehäubchen, denn im Fußball darf man sich nie auf eine Mannschaft wie Frankfurt verlassen, selbst dann nicht, wenn man weiß, dass Funkel endlich geht und vielleicht Bernd Schuster kommen wird. Letztlich mangelte es an Konzentration, denn aus so spitzem Winkel darf man sich eben kein Tor in der 92. Minute in die Maschen jagen lassen, wie Markus Pröll das tat, der sich für PETA stark macht und für die Hunde in der Türkei einsetzt, denen es sehr schlecht gehe und die – wie Pröll auf dem Römer erklärte – häufig in den Wäldern leben müssen. Auf der anderen Seite ist den Dortmundern ein Öl-Scheich aus Kuweit erspart geblieben, der für den Fall, der BVB hätte es in die Euro-Liga geschafft, ein paar Millionen in den Verein gepumpt hätte. Dagegen wäre nichts einzuwenden gewesen, denn in heutigen Zeiten muss man schließlich das Geld nehmen, das man kriegt, auch wenn es mir schleierhaft bleiben wird, wie man die Dortmunder Fans für potentielle Kuweit-Touristen halten kann. Aber darüber hätte ich mir nicht den Kopf zerbrochen, aber vielleicht hätte dann mal ein etwas attraktiverer Spieler eingekauft werden können als beispielsweise Feulner. Andere, die sich mit der Pleite anfreunden wollten, meinen, vielleicht wäre es ganz gut, dass es ein wenig langsamer gehe, ich aber sage: Schöne Scheiße. Es wäre einfach wieder ein bisschen mehr los gewesen, man hätte vielleicht mal wieder einen Abstecher irgendwo in Europa machen können. Aber jetzt wird der Emir mit dem lustigen Namen Scheich Sabah Al-Ahmed Al-Jaber Al-Sabah seinen Zaster wieder einrollen und Dortmund in der Wüste des Mittelmaßes zurücklassen, denn ob es nächste Saison besser wird, darf man ruhig bezweifeln.