Die Wahrheit über das Pokal-Sechzehntelfinale

Und wieder ergriffen einige Bundesligisten die Gelegenheit, sich zu blamieren. Am schlimmsten traf es die Lilien, die beim Viertligisten FCA Walldorf mit 1:0 ausschieden und das nicht ganz zu unrecht, denn gegen diesen Gegner mussten die Darmstädter das Spiel machen, was sie in der Bundesliga nicht gewohnt sind. Plötzlich fanden sie sich einem Gegner gegenüber, der, wie der Name schon sagt, einen Wall um den Strafraum errichtete, aber aus dieser gesicherten Deckung auch immer wieder mutig nach vorne spielte, und so bessere Chancen kreierte als der Bundesligist, der sich offenbar auf seinen Status verließ und dem nicht sehr viel einfiel, um der Truppe von Studenten gefährlich werden zu können. Eine andere Sensation wäre fast Heidenheim gegen Wolfsburg geglückt, aber in einem „dreckigen Spiel“ behielten die Wolfsburger mit einem Tor gerade mal noch so die Oberhand. Symptomatisch für die Misere des CL-Aspiranten war ein Ausrutscher von Gomez gleich zu Beginn des Spiels und ohne Beteiligung des Gegners, bei dem sich der Torjäger fast verletzt hätte und der so unglücklich und so dilettantisch aussah wie die gesamten letzten Spiele von Wolfsburg, und das scheint sich auch nicht durch den neuen Trainer Ismael zu ändern. Auch den BVB hätte es an diesem Abend zu Hause gegen die Zweitligaspitzenmannschaft Union erwischen können, jedenfalls brachten die Dortmunder nach regulärer Spielzeit und Verlängerung nur ein Unentschieden zustande. Und dabei mussten die Berliner beide Tore beisteuern. Über neun Verletzte hat der BVB, aber nur der 18-jährige Novize Bruun Larsen verriet, wie dünn die Personaldecke geworden ist. Sonst standen nur Spieler auf dem Platz, die sonst auch zur ersten Wahl gehören, außer Sahin, der sein erstes Spiel von Anfang an bestreiten durfte. Aber nachdem sich sogar Aubameyang krank gemeldet hat, gibt es niemanden mehr, der Tore schießt. Der BVB war überlegen, aber wie bei so vielen Spielen vorher, handelte es sich nur um eine optische Überlegenheit, die nicht wirklich Torgefahr bedeutete. Dortmund mühte sich. Das Spiel war temporeich, die Berliner pressten und versuchten zu kontern, aber weder von der einen Seite noch von der anderen Seite ging wirkliche Torgefahr aus, so dass sogar die beiden Treffer nicht wirklich zwingend waren, ein abgefälschter Schuss von Larsen und ein verdeckter Glücksschuss aus 20 Meter von Skrybski. Am Ende hatten die Berliner nach einem Patzer von Weidenfeller, der aus dem Strafraum lief und ausgespielt wurde, sogar noch die Möglichkeit, den lucky punch zu setzen. Gerecht wäre es nicht gewesen. Schließlich also die Lotterie im Elferschießen, die der BVB überraschend 3:0 gewann, weil die Berliner sich ein Beispiel an den Bayern nahmen, die im vorletzten Halbfinale gegen den BVB auch alle Elfer slapstickhaft versemmelten. Wiedenfeller hielt zwei Elfer, der dritte von Union ging an die Latte, während, Dembelé, Ginter und Götze souverän verwandelten. Diese Leistung wird den Dortmundern im kommenden Revierderby gegen die leider zum ungünstigsten Zeitpunkt wiedererstarkten Schalker kaum reichen, die schon zur Halbzeit 3:0 beim Club führten, bevor sie in der 2. Hälfte ein wenig nachließen, so dass die Nürnberger bis auf ein Tor noch herankamen.