Die Wahrheit über den 8. Spieltag

Wenn es schon an der Spitze keine Überraschung gibt und Bayern auch gegen seinen alten Rivalen und Teilzeitangstgegner Gladbach 2:0 gewinnt, so dass die Münchner wie gewohnt ganz oben einsam die Spitze besetzen, so ist wenigstens auf die Platzhalter dahinter kein Verlass. Wolfsburg ist mit 6 Punkten ganz kurz vor den Abstiegsplätzen. Dieter Hecking, obwohl immer devot bis zum Abwinken gegenüber seinen Arbeitgeber, wurde entlassen und der neue Interimstrainer Ismael, der frühere Werder- und Bayern-Profi scheint der Wolfsburger Leiche auch kein Leben einhauchen zu können. In Darmstadt, der Mannschaft mit dem niedrigsten Etat, verloren die zahnlosen Wölfe mit 3:1. Und das Positive aus Sicht von Allofs ist die Tatsache, dass wenigstens Gomez mal wieder getroffen hat. Mit Roberto Mancini (Inter Mailand), André Villas-Boas (Chelsea) oder Marc Wilmots strebt man eine große Lösung an, von der jeder weiß, dass sie grandios scheitern wird, weshalb man sich schon jetzt darauf freuen kann, wie einer der überflüssigsten Clubs der Weltgeschichte in die Grütze geritten wird. Leverkusen, ebenfalls ein CL-Aspirant gewinnt zwar gegen den BVB, aber gegen jede andere Mannschaft in der Liga hat man eher Schwierigkeiten. Zu Hause gegen den bislang relativ zuverlässigen Punktelieferanten Hoffenheim verliert der Chemie-Verein gleich 3:0 und dümpelt in der unteren Tabellenhälfte herum. Und auch der BVB schließt sich den schwachen Leistungen der Favoriten an, macht daraus aber immerhin ein kleines Spekatakel. In Ingolstadt holen die Schwarzgelben in einer furiosen Aufholjagd noch einen Punkt, und zwar erst in der Nachspielzeit durch Pulisic. Vorher gab es die übliche Konstellation. Ingolstadt mit zwei dichten Abwehrreihen, um die die Dortmunder herumspielten, bevor sie sich im dichten Gestrüpp verhedderten und dann einem Konter nach dem anderen hinterherlaufen mussten. Dennoch waren es zwei simple und fast identische Freistoßtore, die der BVB nicht zu verteidigen wusste, und das ist für einen CL-Verein eigentlich etwas wenig gegen eine Mannschaft, die vorher gerade mal einen Punkt einsammelten. Zur Pause konnten die Dortmunder sogar froh sein, dass es nicht 3:0 oder 4:0 stand, denn die Ingolstädter hatten noch einige hochwertige Chancen. Immerhin kam mit Pulisic und Götze nach der Pause ein bisschen mehr Bewegung ins Spiel und man muss es den Schwarzgelben hoch anrechnen, dass sie selbst nach dem dritten Tor der Ingolstädter, das nur eine Minute nach dem Anschlusstreffer fiel, nicht aufgaben und in den letzten zehn Minuten ein derartiges Powerspiel aufzogen, dass die Ingolstädter nur noch versuchten, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen. Die Abwehrreihe ohne Sokrates ist allerdings ein Torso, auch wenn Bartras und Ginter ja keine unerfahrenen Neulinge sind, aber immer wieder standen Ingolstädter sträflichst im Abwehrzentrum frei und die Tore fielen auf eine so einfache Weise, dass man nur verzweifelt die Hände vor dem Kopf schlagen wollte. Dafür ist jetzt Hertha offizieller Verfolger der Bayern, weil Köln in Berlin versagt hat.