Die Wahrheit über das CL-Gruppenspiel BVB – Real Madrid

Nach den letzten Auftritten des BVB konnte man durchaus dem Spiel gegen Real optimistisch entgegensehen. Noch geht es nur um eine gute Ausgangsposition in der Gruppenphase, also konnte man locker in die Partie gehen und zeigen, ob man auch gegen den CL-Sieger das drauf hat, was man zuletzt mit Kantersiegen zelebrierte. Real hingegen hatte im letzten Ligaspiel nur ein Remis zustande gebracht, und als Zidane Ronaldo auswechselte, um ihn für das Spiel in Dortmund zu schonen, war CR7 höchst beleidigt. Aber natürlich ist CR7, was sich wie ein aggressives Reinigungsmittel aus den 70ern anhört, viel zu sehr Profi, um auf dem Platz nicht alles zu geben. Nur, er konnte nicht, denn die Dortmunder ließen ihm keinen Spielraum, und dass ihm der von Ginters Beinen abgeprallte Ball in der 15. Minute nach einem Konter vor die Füße rollte, dafür konnte er nicht wirklich etwas. Dortmund spielte Real phasenweise schwindlig, war damit aber nur halb so erfolgreich wie damals, als Lewandowski gleich mit vier Toren Real aus dem Turnier warf. Dembelé, der starke Gegenspieler hatte, mit denen er nicht so Katz und Maus spielen konnte wie mit seinen Gegenspielern in der Bundesliga, vergab einige richtig gute Chancen, war aber häufig zu eigensinnig und setzte den Ball regelmäßig über das Tor. Und auch Aubameyang zeigte sich in Bestform mit Tricks, gegen die der beste Verteidiger machtlos ist. Reals Torhüter Navas hatte alle Hände voll zu tun, wehrte aber dann doch einen Freistoßschuss von Guerreiro unglücklich nach vorne ab, traf seinen eigenen Mann Varane, von dem der Ball ins Tor abprallte. Aubameyang spitzelte ihn noch schnell über die Linie, damit ihm der Treffer gutgeschrieben werden konnte. Nachdem durch ein Abstaubertor von Varane die Dortmunder in der 68. Minute in Rückstand gerieten, war nicht mehr damit zu rechnen, dass dem BVB noch ein Treffer gelingen würde, vor allem weil Götze, Dembelé und Guerreiro ausgewechselt wurden. Aber Pulisic und Emre Mor brachten tatsächlich neuen Schwung in die Partie, während Schürrle auf der linken Seite ein Schattendasein führte. Dass ausgerechnet er es war, dem in der 87. Minute mit einem Gewaltschuss unter die Latte der Ausgleich gelang nach Flanke von Pulisic, war dann auch egal, auch wenn damit seine Leistung auf den Kopf gestellt wurde. Der BVB kann also gegen Spitzenmannschaften bestehen, und wenn die jungen Wilden noch ein wenig cooler im Abschluss wären, dann hätten sie gewonnen, denn die besseren Chancen hatten die Dortmunder. Und Sergio Ramos hätte mal wieder vom Platz fliegen müssen, aber er schaffte es wieder nicht, obwohl er sich redlich Mühe gab, die Schiedsrichter sind jedoch sehr darauf bedacht, ihm alles durchgehen zu lassen. In einem Bereich gab Real allerdings die bessere Figur ab, und zwar im Coaching-Bereich. Aber da ist Zinedin Zidan sowieso nicht zu schlagen. Tuchel sieht mit seinem Pullunder und Schlips wie ein Abiturient aus, aber das ist auch das einzige, woran Tuchel noch ein bisschen arbeiten müsste.