Die Wahrheit über den 4. Spieltag

Der BVB-Express rollt weiter und weiter. Jetzt drei Spiele hintereinander, in denen die jungen Wilden 17 Tore schossen und nur eins zuließen. Nach dem Auftritt rieben sich die Wolfsburger verwundert die Augen, denn mit den herkömmlichen Mitteln waren Dembelé, Pulisic, Guerreiro und Aubameyang nicht aufzuhalten, die immer wieder Löcher in der Wolfsburger Abwehr fanden, durch die sie mit Leichtigkeit hindurchschlüpften. Erstaunlich dabei war, dass sie auch gleich die Chancen nutzten, die sich ihnen boten. Ein zauberhaftes, schwereloses, schnelles Spiel, in dem nur einer unauffällig blieb: Mario Götze. Als er nach zehn Minuten einmal von der Kamera in Großaufnahme gezeigt wurde, fiel einem erst auf, dass er ja auch mit von der Partie war. Solange aber ein Gegner wie Wolfsburg, der ja immerhin angetreten ist, die letzte Saison vergessen zu machen, als man nicht einmal die Euroleague schaffte, und auch Gomez tönte, dass er nach Wolfsburg gegangen sei mit der festen Absicht, wieder die Champions-League zu erreichen, solange also ein solcher Gegner mit 5:1 einigermaßen deutlich ko geht, ist ein Ausfall wie der von Götze gut zu verdauen. Und immerhin leitete er den wunderbaren Konter zum 3:1, als er unter Bedrängnis den Ball zu Guerreiro spitzelte, der mit einem wunderbaren Steilpass auf Castro spielte, der allein vor dem Wolfsburger Torhüter noch den Überblick hatte, auf Dembelé zu spielen. Dabei ist es unglaublich, wie Guerreiro bereits nach wenigen Einsätzen das Dortmunder Spiel prägt, denn er schoss nicht nur das 1:0, sondern war an weiteren drei Toren beteiligt. Dennoch war der schöne Sieg nicht so eindeutig wie der gegen Darmstadt, denn Wolfsburg gab nach dem 2:0 nicht auf und setzte den BVB ziemlich unter Druck, und wenn Gomez nicht wieder an seiner legendären Ladehemmung gelitten hätte, bin ich nicht sicher, ob das Spiel nicht gekippt wäre, denn bei einer derart jungen Mannschaft weiß man nicht so genau, wie sie einen Rückstand nach einer klaren Führung wegsteckt, und Wolfsburg hatte nun mal in der Mitte des Spiels einige Chancen, die in besseren Zeiten (für Wolfsburg) drin gewesen wären, d.h. diesmal konnte Bürki beweisen, was er wirklich drauf hat. Und das tat er dann auch. Und auch sonst gab es ein paar nette Überraschungen. Dazu gehörte nicht der von allen erwartete 3:0-Sieg der Bayern gegen Hertha, immerhin mit drei Siegen der Tabellenzweite, aber Hertha hatte gegen den Münchnern rein gar nichts entgegenzusetzen. Die Eintracht gewinnt aus einer stabilen Abwehr heraus schon das dritte Spiel in Folge und steht plötzlich ganz oben, wobei niemand wirklich so genau weiß, wie man da hingeraten ist. Auch Gladbach kann in Leipzig nicht gewinnen, dreht aber den Spieß um und schießt nach dem frühen Tor der Leipziger einen späten Ausgleich, was sich für die Rangnick-Elf nun wie eine Niederlage anfühlt. Der HSV kann auch in Freiburg nicht gewinnen und muss jetzt auch noch gegen die Bayern antreten. Niemand wettet da mehr auf den Retter der vergangenen Saison Labadia. Nach fünf Spieltagen schon zwei Trainerentlassungen ist keine schlechte Quote. Dabei geht es noch schlimmer. Bremen verliert mit zwei Last-Minute-Toren der Mainzer ganz kurz vor dem ersten Sieg, und Schalke bringt zu Hause auch gegen Köln nichts zustande, verliert 3:1 und hat genau 0 Punkte. Ein bisschen wenig für einen Neuanfang mit neuem Trainer, neuen Spielern und neuem Manager.