Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Schon zwölf Spieltage vor Saisonende gibt es erste Gerüchte über Spieler, die dem Ruf des Geldes folgen. Gündogan, der vor noch nicht allzulanger Zeit sagte, er könne sich auch vorstellen, weiter in Dortmund zu spielen, wechselt wahrscheinlich nach Manchester City, was logisch ist, denn dort trainiert ab Sommer Guardiola, der sich einen neuen Kader zusammenkaufen muss, denn der alte hat versagt, und die Scheichs lassen nicht locker und wollen es endlich wissen. Dortmund bedient sich dafür aus Vereinen, die mit dem BVB nicht mithalten können, also aus fast allen außer Bayern und Wolfsburg, wo sich wiederum die Premier League bedient. Mo Dahoud von Gladbach soll Gündogan perspektivisch ersetzen. Aber vielleicht liegt das Gute ganz in der Nähe. Sahin ist letzten Donnerstag nach einem Jahr Verletzungspause gegen Porto wieder zurückgekehrt und hat sofort die Position des strategischen Spielgestalters in glänzender Weise übernommen. Und vielleicht kommt er ja wieder, schließlich wurde er im ersten Meisterschaftsjahr mit seiner Beteiligung zum besten Mittelfeldspieler der Liga gewählt. Trotzdem ist es schade, dass wieder einer der besten Dortmunder den Verein verlässt genau zu einem Zeitpunkt, in dem hätte etwas heranreifen können. Aber das ständige sich Neuerfinden und Verjüngen hat ja auch etwas positives, jedenfalls ist es besser, es so zu sehen, bevor man eine Depression bekommt, denn die Haken und die Pässe Gündogans konnten einem auch ein schlechtes Spiel versüßen. Aber es ist schon merkwürdig, denn von den vier Großeklassespielern, die Dortmund verlassen haben, konnte sich nur Lewandowski durchsetzen, während Götze als Einwechselspieler endete und Sahin und Kagawa wieder zurückkehrten.
Die Bayern lagen bis zur 49. Minute gegen eine B-Elf Darmstadts zurück und taten sich schwer. Vermutlich deshalb übersah der Schiedsrichter einen Ellbogen-Schlag des für seine Ellbogen-Schläge berüchtigten Rafinha, der vom Platz hätte geschickt werden müssen, wenn es mit rechten Dingen zugegangen wäre. Aber das tut es in München nicht, während in Dortmund in der Euroleague gegen Porto ein noch rüderes Foul von Varela, der Reus übel umtrat und es an ein Wunder grenzte, dass der nicht gleich ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, gnädig mit einer gelben Karte bedacht wurde. Hertha spielte mal wieder unentschieden. Diesmal gegen Wolfsburg, die inzwischen auf Platz 8 abgerutscht sind, aber es wahrscheinlich gegen die Luschen aus Gent ins Viertelfinale der CL schaffen. Gladbach hingegen stellte seine Heimstärke unter Beweis und gewann das Rheinderby gegen Köln mit 1:0. Und Werder bestätigte wieder einmal seinen Abwärtstrend, diesmal in Ingolstadt, wo man mit 2:0 unterging. Hoffenheim hingegen scheint auf die Beine zu kommen, denn unter Nagelsmann ist die Elf kaum mehr wiederzuerkennen. 3:2 gewannen sie gegen Mainz, wo man sich immerhin Hoffnungen auf einen internationalen Platz macht. Wenn es Hoffenheim aus dem Keller schafft und nächste Saison Leipzig aufsteigt, hat die Bundesliga schon vier Retortenvereine, deren Kennzeichen es ist, keine richtigen Fans zu haben. Aber auf die scheint man auf längere Sicht sowieso verzichten zu können. Wer braucht die schon, wenn man VIPs hat und Fernsehgelder und der normale Fan sich ein Ticket gar nicht mehr leisten kann.