Die Wahrheit über den 11. Spieltag

Der beim FC Liverpool als neuer Messias begrüßte, aber nach zwei Unentschieden schnell zum »Normal One« geschrumpfte Klopp traf in der Premiere League auf den »Special One« Mourinho und sorgte mit einem verdienten 3:1 dafür, dass Mourinho nach dem 11. Spieltag mit 11 Punkten nur auf Platz 15 steht, was ein bisschen wenig ist für den Meister der vergangenen Saison, weshalb Mourinho wieder einmal den Beweis antreten wird, dass die Rückkehr zu einer alten Erfolgsstätte in den wenigsten Fällen klug ist. Nach seinen Erfolgen mit Chelsea, Inter Mailand und Real Madrid hat er sich offenbar in seinen ständigen Reibereien mit allen nun selbst aufgearbeitet, und Abramowitsch geht es um Erfolg und nicht um nostalgische Gefühle, gerade in dieser Saison, wo große Summen an Fernsehgeldern auf die Gewinner warten.
Der Trainer der Stunde deutschen Liga ist ein gewisser Andre Schubert, der nach dem plötzlichen Hinschmeißen von Favre in Gladbach das Ruder übernommen hat und nun alle sechs bislang unter seiner Regie stattfindenden Ligaspiele gewonnen hat und damit bestimmt irgendeinen Rekord aufgestellt, jedenfalls sich vom letzten Platz auf Platz 5 vorgearbeitet hat. Diesmal musste Hertha dran glauben, die zu Hause keine Chance hatte. Gladbachs Spieler haben offenbar ihre Spielfreude wiedergefunden und machen sich nun dafür stark, dass Andre Schubert nicht nur eine Interimslösung bleibt. Überhaupt war der Spieltag eine reine Freude, denn Bayern büßte in Frankfurt nach einem torlosen Unentschieden die ersten zwei Punkte ein. Auch Bayern hat also ein Problem mit tiefstehenden Mannschaften, vor allem, wenn man die wenigen Chancen nicht nutzt, wie Lewandowski, der mit 13 Treffern zusammen mit Aubameyang die Torjägerliste anführt. Aber auch Aubameyang ließ seine Chancen in Bremen aus, bei denen es schwieriger war, nicht zu treffen als zu treffen. Dafür aber traf Reus gleich zweimal. 3:1 konnte der BVB die Partie für sich entscheiden, und das letztlich hochverdient, und dennoch hatte man über lange Zeit trotzdem das Gefühl, es könnte noch was schiefgehen, denn nachdem Dortmund Bremens Beton ziemlich früh gesprengt hatte, mussten sie den Ausgleich hinnehmen, obwohl sich durch die offensivere Spielweise der Grünen mehr Räume boten, was dem Spiel der Schwarzgelben hätte entgegenkommen müssen. Aber vor allem in der ersten Halbzeit ließ die Dortmunder Hintermannschaft den Bremer Stürmern zu viel Raum und störte nicht früh genug, was die Heimmannschaft in einer ziemlich schwungvoll vorgetragenen Kombination für sich zu nutzen wusste. Schalke büßte nach den Pleiten gegen Gladbach jetzt auch noch gegen Ingolstadt zu Hause einen Punkt ein und wurde von Wolfsburg vom 3. Platz abgelöst, die unverdient und durch einen Abseitstor gegen Leverkusen gewannen. Und Huub Stevens grantelt wieder in der Liga. Von Hoffenheim als Nichtabstiegsspezialist geholt, sackte er auch gleich mit einem unansehnlichen 0:0 in Köln den ersten Punkt ein. Aber ihn bereits nach dem 10. Spieltag für den Nichtabstieg zu verpflichten, ist vermutlich keine gute Idee.