Die Wahrheit des 31. Spieltgs

Solche Spiele wie das Pokalhalbfinale des BVB gegen Bayern werden immer seltener stattfinden, aber nie ganz auszuschließen sein. Das Ausscheiden der Bayern, die vier Elfmeter hintereinander nicht in der Lage waren, den Ball zu versenken, wurde versüßt durch neue Sponsorengelder, die es ihnen noch mehr als bisher möglich machen, die Liga zu kontrollieren. Adidas stockt seine Zahlungen auf über das Doppelte auf, und zwar von bislang 25 Millionen auf über 70 Millionen jährlich ab 2020. Immerhin nicht soviel wie Manchester United, die ab nächstes Jahr mit 100 Millionen von Adidas rechnen können, die in einem rasanten Bieterwettkampf Nike ausgebootet haben, und man fragt sich, woher Adidas bei den schlechten Schuhen das Geld her hat. Meine jedenfalls sind nach einem Jahr am kleinen Zeh aufgeplatzt. Vielleicht ja genau daher, indem man die Haltbarkeitsdauer der Schuhe verringert. Dortmund kann da nicht mithalten, denn dort will und kann man nicht die Gehälter zahlen, die Bayern zahlt, weshalb jetzt auch Gündogan gehen wird, dem 6,5 Millionen an Gehalt nicht reichen, die der BVB geboten hat. So wenig wie der BVB auf der Ebene der Gehälter wird mithalten können, so sehr war der Ausflug in die Spitze des internationalen Fußballs eine Episode, denn die wirklich guten Spieler sind vom Verein nicht zu halten. Auch wenn man es ihnen nicht übelnehmen kann, hätte man nach der langen Verletzungszeit Gündogans, in der sich der Verein sehr korrekt verhalten hat, mit einer Vertragsverlängerung zumindest um ein weiteres Jahr ein Entgegenkommen erwarten können, damit der Marktwert für den Verein gestiegen wäre. So rechnet man mit 20 Millionen, und das ist weniger als Adidas im Jahr an die Bayern zahlt. Und Gündogan fehlte nicht nur über ein Jahr, er brauchte auch fast noch ein weiteres, um an seiner alten Form wieder anknüpfen zu können, um wenigstens ein paar entscheidende Pässe zu spielen wie in Hoffenheim. Dort ging es gegen einen direkten Konkurrenten um die Euroleague, denn Hoffenheim hat einen Punkt mehr auf dem Konto. Und wie immer war es zunächst ein unangenehmes Spiel, weil Hoffenheim versuchte, durch Härte und Einsatz den möglichen Nachteil durch das kräftezehrende Spiel gegen die Bayern unter der Woche zu nutzen. Und tatsächlich waren die Hoffenheimer in der ersten Hälfte überlegen. Das legte sich in der zweiten Halbzeit, in der beide Mannschaften auf Sieg spielten und wunderbare Chancen herausspielten, aber keine verwerten konnten. Die größte hatte Immobile, der noch einmal hätte zeigen können, dass er doch ein paar der Millionen wert ist, die für ihn zum Fenster hinausgeschmissen wurden. Aber es blieb beim letztlich gerechten 1:1, und da Schalke leider in letzter Minute zu Hause gegen Stuttgart gewonnen hat und auch Bremen in Frankfurt sich mit 1:0 durchzusetzen wusste, steht der BVB jetzt wieder auf Platz 9. In den drei verbleibenden Spielen gegen Hertha, Wolfsburg und Bremen muss man das Maximum an Punkten herausholen, wenn man sicher auf einem Euroleague-Platz landen will. Beim VfB hingegen dürfte kaum mehr etwas zu machen sein, den die Tore, die man in Schalke kassierte, erinnerten an die Slapsticktore, die der BVB in der Hinrunde kassierte. Und trotzdem drängten sie Schalke an die Wand, was z.Z. aber kein Wunder ist, denn Schalke hat die Krise und der VfB war der Verein, der sie rechtzeitig wieder aufbaute.