Die Wahrheit über den 30. Spieltag

Schalke hatte am Freitag zu Hause gegen Mainz mit 2:0 verloren, und obwohl die Blauweißen lange Zeit die haushoch überlegene Mannschaft waren, wurden sie von ihren Fans ausgepfiffen. Wer solche Fans hat, ist nicht zu beneiden. Zu bedauern allerdings auch nicht. In Dortmund muss da schon einiges mehr passieren, bevor die Fans ungeduldig werden. In den frustrierenden Spielen der ersten und z.T. auch in der zweiten Saisonhälfte blieben die Fans erstaunlich ruhig, obwohl es jede Menge Gründe gegeben hätte, seinen Unmut kund zu tun. Aber die Dortmunder Fans haben ein großes Gespür für den Zustand der eigenen Mannschaft, sie wissen, dass es nicht hilft, die Spieler noch mehr zu verunsichern als sie es ohnehin schon sind. Und mit Vorschlägen, es besser zu machen, sind die Fans nicht besonders erfinderisch, denn außer mehr zu kämpfen, fällt ihnen nichts ein. Sie kämen nie auf die Idee, die Mannschaft aufzufordern, schöner zu spielen. Das aber wünschte man sich manchmal vom BVB, denn schön war es nicht, was Dortmund anfangs gegen die Eintracht bot, denn über das gesamte Spiel hinweg wurden die Bälle einfach aus der Gefahrenzone gedroschen, und ein schneller spielerischer Vorstoß von hinten heraus fand nicht statt. Das mochte daran liegen, dass Gündogan ausgefallen war und Bender und Ginter im defensiven Mittelfeld nicht dafür bekannt sind, öffnende Pässe zu spielen. Das Spiel war zunächst von Ungenauigkeiten geprägt, aber auch Frankfurt hatte außer einer gut sortierten Abwehr nichts zu bieten. Erst als der Frankfurter Kittel ein Handspiel im Strafraum beging und Aubameyang mit einem coolen Lupfer, den man keinem seiner Kollegen zutraut, den Elfer zum Führungstreffer verwandelte, wurde das Spiel ein anderes mit sehenswerten Spielzügen wie beim 2:0, als Aubameyang von Durm auf der rechten Seite auf die Reise geschickt wurde und Kagawa der dankbare Abnehmer einer präzisen Flanke wurde. Als in der 2. Halbzeit Frankfurt das Spiel öffnen musste, hatten die Dortmunder Platz zu sehenswerten Kontern, aber trotz zahlreicher Chancen gelang kein Treffer mehr, vor allem auch deshalb, weil Schiedsrichter Weiner dem BVB einen weiteren Elfer verweigerte, als Zambrano Aubameyang im Sechzehner niederrang. Jetzt ist der BVB nur noch drei Punkte hinter Schalke und Augsburg, die punktgleich die Euroleague-Plätze belegen, und da die Bayern voraussichtlich auch noch den Pokal holen, würde auch Platz 7 reichen, um am internationalen Fußball teilnehmen zu dürfen, der in der nächsten Saison finanziell aufgestockt wird. Unten findet ein enger Kampf zwischen fünf Mannschaften statt, die sich um die Abstiegsplätze balgen. Stuttgart gab nach einer 2:0-Führung gegen den Konkurrenten Freiburg das Spiel noch aus der Hand und musste sich mit einem Unentschieden zufrieden geben, und Stevens verstand wieder einmal die Welt nicht mehr, aber wenn Spieler so hochmotiviert in die Arena geschickt werden, dann ist es nicht verwunderlich, wenn Spieler die Anweisungen des Trainers, auf die Knochen zu gehen, umsetzen und dafür manchmal die rote Karte kriegen, außer den Spielern von Bayern München natürlich. Hannover verlor wegen einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters 2:1 gegen Hoffenheim, und nur der HSV gelang mit dem neuen Trainer Labbadia, der an der Außenlinie rumpelstielzte, in Augsburg ein 3:2-Sieg und kletterte vom letzten auf den Relegationsplatz.