Das Ende einer Ära

Klopp hört auf und das ist schade. Und trotzdem die richtige Entscheidung, denn nach der enttäuschenden Saison war nicht übersehen, dass Klopp immer häufiger ratlos wirkte, denn auch wenn er sich über die Spielqualität seiner Mannschaft keine Illusionen machte, die Erklärungen fingen an, sich zu wiederholen. Warum der BVB so spielte, wie er spielte, dafür gab es keinen Hebel, an dem man nur ansetzen musste, damit alles wieder so werden würde wie in den Jahren zuvor. Die Mannschaft schwankte extrem in ihrer Leistung. Das war früher auch so, aber da wurde der BVB noch nicht an den zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg und einem CL-Endspiel gemessen. Die Erwartungshaltung stieg. Man glaubte plötzlich, dass der BVB alle außer vielleicht die Bayern vom Platz fegen würde, und als das nicht der Fall war, schaffte es Klopp nicht mehr, den Druck von der Mannschaft fernzuhalten. Die Verunsicherung der Spieler ist förmlich zu fühlen. Was früher Routine war, klappt plötzlich nicht mehr. Die Überlegung, ob das am Spielsystem liegt, spielt angesichts dieser Verunsicherung keine Rolle. Klopp war sich nach dem enttäuschenden letzten Spiel gegen Gladbach nicht mehr sicher, ob er der »perfekte Trainer« für diese Mannschaft ist. Er betonte, dass es nicht an seinem Verhältnis zu den Spielern liege und schon gar nicht am Verein, aber er ist sich offenbar nicht mehr sicher, ob er die Mannschaft noch nach vorne bringen kann. Klopp ist ein großer Motivator, und Motivatoren verschleißen sich. Klopp hatte allerdings auch eine Spielidee, und mit dieser ist ihm Großes gelungen. Die Ankündigung, zum Saisonende aufzuhören, war sehr emotional. Man schwor sich ewige Freundschaft. Nach dem verflixten 7. Jahr beginnt nun eine neue Ära. Tuchel ist im Gespräch, behauptet Bild, auch wenn diese Meldung nicht offiziell bestätigt wurde. Aber merkwürdig wäre es schon, wenn der schon wieder in die Fußstapfen Klopps treten würde.