Die Wahrheit über den 10. Spieltag

Der schlechteste Saisonstart der Dortmunder seit Bestehen der Bundesliga ist perfekt. Aber das war gegen Bayern München nicht wirklich verwunderlich. Bayern spielt mit Hilfe der aus Dortmund verpflichteten Stars einfach einen Fußball, den man als den besten bezeichnen muss, der z.Z. gespielt wird. Und außer Real Madrid gibt es keine Mannschaft, die auf diesem Niveau mithalten kann. Und deshalb war die Stimmung unter den Dortmunder Fans entsprechend pessimistisch. Hauptsache nicht zu hoch verlieren hieß die allgemeine Einschätzung. Am Ende aber ärgerten sich die meisten dann doch, weil die Dortmunder bis zur 72. Minute eine 1:0-Führung gehalten hatten. Und langsam begannen alle zu hoffen, vielleicht mal das Glück zu haben wie es die Hannoveraner in der letzten Bundesligapartie gegen Dortmund hatten. Aber Glück haben die Dortmunder z.Z. nicht. Und sie hätten eine Menge Glück gebraucht, damit keine der Großchancen, die sich München herausspielte, ins Tor ging. Und München spielte ziemlich viele Torchancen heraus. In der 1. Halbzeit jedoch waren die Dortmunder durchaus in der Partie, konnten sich immer wieder befreien und gefährliche Akzente setzen. Mhkitaryan traf einmal nur den Pfosten, aber die Münchner hatten bis zu 70 Prozent Ballbesitz, und der bestand nicht nur in Ballgeschiebe, sondern z.T. in glänzenden Kombinationen, die die sowieso wacklige Abwehr der Dortmunder immer wieder auf eine harte Probe stellten. Durm war auf der linken Seite gegen Robben vollkommen überfordert. Und das war vielleicht auch das entscheidende Problem, denn fast alle Angriffe der Münchner liefen über links. Als dann nach der Pause Hummels verletzt vom Platz musste und durch Subotic ersetzt wurde, schwante einigen schon, dass das eine entscheidende Schwächung sein würde, denn Subotic ist nach seiner langen Verletzung noch nicht in der alten Form und ist zudem nicht in der Lage, ein Spiel von hinten aufzubauen. Er wurde schließlich zur tragischen Figur, weil er einen in die Mitte abgewehrten Steilpass Lewandowski vor die Füsse spielte, der unhaltbar für den glänzend aufgelegten Weidenfeller ins Eck traf. Und schließlich verursachte er auch noch den Elfer gegen Ribery, der von Robben sicher verwandelt wurde. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren, als München sich häufig mit üblen Tricks und Fouls behelfen musste, um gegen Dortmund zu bestehen, und häufig genug auf die Hilfe des Schiedsrichters angewiesen war, um ein Spiel zu gewinnen, wie das CL-Finale, muss man diesmal konzedieren, dass Bayern spielerisch ungeheuer stark ist und offenbar immer noch den Druck erhöhen kann, wenn sie müssen, während man bei den Dortmundern in der 2. Halbzeit den Eindruck hatte, als ob sie platt wären. Sie fanden nicht mehr ins Spiel, und bis auf eine Szene, als Kagawa knapp das Tor verfehlte, waren sie nicht mehr in der Lage, nach vorne etwas Konstruktives zustande zu bringen. Die Dortmunder sind für den Aufwand nicht belohnt worden, hatte Klopp später gesagt, aber man hatte nicht den Eindruck, dass Bayern weniger Aufwand betrieben hätte. Jetzt spielt man zu Hause gegen Gladbach, die gerade die einzige Mannschaft ist, die die Bayern an den Rand einer Niederlage brachte. Sie werden kein Aufbaugegner sein. Und dann wird die Tatsache, dass die Champions-League-Qualifikation  in unerreichbar weite Ferne gerückt ist, das kleinste Problem sein.