Die Wahrheit über den 8. Spieltag

Viele erwarteten nach der zweiwöchigen Länderspielpause, dass ein runderneuerter BVB auf dem Platz stehen würde. Aber das war nicht der Fall und es wäre auch ein kleines Wunder gewesen, denn an der Lage beim BVB hat sich nichts verändert. Klopp sagte: „Es gibt bei uns ja kaum noch einen, der keine längere Verletzung hatte. Und die, die keine hatten, mussten die ganze Zeit durchspielen, die gehen jetzt auf dem Zahnfleisch.“ Das Problem ist, dass die Zeit und die Ruhe fehlte, um dieses Problem lösen zu können, denn auch eine Länderspielpause bedeutet für die meisten Spieler ja keine Pause. Zudem sah man dem Spiel der Dortmunder deutlich an, dass man so noch nie zusammen gespielt hat und dass die neuen Spieler noch lange nicht integriert sind, was man an den Missverständnissen ablesen konnte. Nach fünf Niederlagen kommt schließlich noch etwas neues und sehr gefährliches hinzu, nämlich die Verunsicherung der Spieler, die anfangen, nicht mehr an sich zu glauben. Und diese Verunsicherung ist deutlich zu spüren, vor allem von den gegnerischen Mannschaften, die davon ausgehen können, dass ihnen der BVB mindestens zwei Tore schenkt. Und weil der BVB höchstens ein Tor schafft, geht ein Spiel wie das in Köln eben 2:1 aus. Das Erstaunliche dabei war, dass nach dem Ausgleich der Dortmunder die Schwarzgelben psychologisch im Vorteil waren, aber ihn nicht zu nutzen wussten, jedenfalls kreierten sie keine weiteren wirklich guten Chancen. Stattdessen patzte jetzt auch noch Weidenfeller. Dass in jedem Spiel ein anderer patzt ist ein weiterer bemerkenswerter Hinweis darauf, dass die Krise tief steckt, denn jede Mannschaft weiß jetzt, wie es um Dortmund bestellt ist. Der nächsten Partie gegen Hannover kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil Hannover ebenfalls in der Krise steckt, weshalb ein Hauen und Stechen zu erwarten sein wird. Und vermutlich kann das Hannover besser als Dortmund. Immerhin kehrte nach 14 Monaten Gündogan wieder zurück und leitete mit einem verlorenen Kopfballduell auch gleich die 1:0-Führung Kölns ein. Auch Reus war wieder mit von der Partie und gab bei einem der wenigen gelungenen Spielzüge die Vorlage zum Ausgleich durch Immobile. Mhkitaryan war ebenfalls dabei, ohne dass ihm etwas gelungen wäre. Nominell stand eine Mannschaft auf dem Platz, die Köln mit 6:0 hätte hinwegfegen müssen, wie nicht wenige dachten, die nur auf die Namen sehen, aber nicht die Probleme, mit denen Dortmund zu kämpfen hat. Diesen Abwärtstrend zu stoppen, die Blockade zu durchbrechen, die sich bei den Spielern einstellt, wenn spielerisch nichts gelingt und man gegen technisch limitierte Kampftruppen verliert, ist keine leichte Aufgabe. „Für uns beginnt jetzt der Rest der Saison“, hatte Klopp vor dem Spiel in Köln verkündet. Und dieser neue Saisonbeginn ist nun wieder gescheitert. Vor der Saison wurde verkündet, dass es einen 17-Punkte-Abstand zu den Bayern nicht mehr geben wird. Nach nur acht Spieltagen sind es bereits 13 Punkte. Das alles trägt zum blinden Ehrgeiz und zur Verkrampfung bei. Nicht anders ist das Formtief von Hummels zu erklären, der in einem normalen Zweikampf fast ein weiteres Tor der Kölner zugelassen hätte. Es wäre fast ein Wunder, wenn nach all diesen Indikatoren plötzlich ein gutes Spiel zustande käme. Vermutlich finden auch die Dortmunder nur durch Kampf und Murx wieder zurück in die Spur.