Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Augsburg war nach den Weggängen der besten Spieler der Aufbaugegner, den Dortmund nach der Niederlage gegen Leverkusen bitter nötig hatte. Ohne den noch nicht ins System integrierten Immobile entwickelten Aubameyang und Mkhitaryan und Reus einen Schwung, dem die vorsichtig spielenden Augsburger nicht wirklich etwas entgegenzusetzen hatten. 3:2 gewannen die Dortmunder ziemlich knapp, aber nur deshalb, weil ihnen ein klarer Elfer verweigert wurde und im Gegenzug der Anschlusstreffer fiel. Das war schon alles nicht schlecht, aber Augsburg ist in dieser Verfassung auch kein Maßstab. Sowieso wurde alles von der Rückkehr Kagawas überschattet. Kagawas Pech war, dass er zu seinem Lieblingsverein stieß, als es mit ManU abwärts ging. Jetzt hat ihn der Holzkopf van Gaal aussortiert. Voraussichtlich läßt er ihn für acht Millionen ziehen, weil van Gaal stattdessen für 75 Millionen ein Di Maria von Real Madrid loseiste, der bereits sagte, daß ManU nicht sein Wunschverein sei. Nicht nur flog ManU gegen einen Drittligisten mit 4:0 aus dem Pokal, auch bei Aufsteier Burnley reichte es nur zu einem torlosen Unentschieden, und das mit Di Maria und einem Kapitän Wayne Rooney, über den manche lästern, dass selbst die Titanic einen besseren Kapitän gehabt hätte. Das muß man auch erst einmal schaffen, einen der umsatzstärksten und angesehendsten Vereine der Welt so schnell in die Grütze zu reiten. Aber das kommt davon, wenn man als Retter in der Not autoritäre Betonköpfe verpflichtet und das Schicksal des Vereins an Einzelspieler wie Rooney knüpft und sich abhängig macht von deren Launen. Ähnlich ist das bei Barcelona, der inzwischen auch FC Messi heißen könnte. Das tut dem Verein nicht gut, jedenfalls sportlich gesehen, denn die letzte Saison war entsprechend mau und von schwachen Auftritten geprägt. Finanziell jedoch scheint das alles keine Rolle zu spielen. 20 % Umsatzsteigerung vermeldete Barcelona und man fragt sich warum? Im Fußball geht es ähnlich wie in der Kunst irrational zu, obwohl oder vielleicht gerade wegen der Tatsache, daß immer mehr Finanzinstitute sich in diesen Geschäftszweigen tummeln. Insofern ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn Dortmund immer wieder seine besten Spieler ziehen lassen muß, denn dadurch ist der Verein gezwungen, sich immer neu zu erfinden, neue Talente zu entdecken. Es wird zwar schwer, einen Titel zu holen, aber für Leute, die nicht ganz so einfach gestrickt sind, sind Titel nicht alles, sondern Drama, Leidenschaft, Aufregung, Genialität. Man kann sich natürlich einen Xabi Alonso holen und mit Hängen und Würgen ein 1:1 auf Schalke abgreifen. Das ist dann gerade mal halb so spannend wie das 1:0 durch Reus nach genialem Doppelpaß mit Großkreutz. Allerdings ist der Hang Dortmunds, im Ausland gescheiterte Ex-Stars zurückzuholen, zumindest fragwürdig, denn die Sehnsucht nach der Wiederauferstehung alter glorreicher Zeiten wird sich nicht erfüllen, aber immerhin könnte die Mannschaft mehr Stabilität kriegen. Und wenn Reus gehen sollte, hat man immerhin schon mal einen Ersatz. Als nächster wird dann Gündogan gehen. Aber für den hat man ja schon Ersatz und es ist nicht so, daß Sahin wirklich schlechter gewesen war. Sowieso kommt es darauf an, dass die vielen Verletzten langsam wieder zurückkehren. Auch bei Dortmund wird es eine ganze Zeit brauchen, bis die Mannschaft ins Rollen kommt.