Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Es war schon in bei den Stuttgarter Kickers im Pokal abzusehen und schon vorher bei der 4:0-Klatsche gegen Liverpool, dass Dortmund noch lange nicht in dem Spielmodus ist, um ein ernsthafter Kandidat für Platz 2 zu sein. Nicht nur fehlen acht Verletzte oder Spieler, die sich noch im Aufbautraining befinden, bei der Mannschaft, die auf dem Platz stand, klappte auch nicht das reibungslose Zusammenspiel. In Stuttgart hatte Dortmund noch Glück, dass die Kickers ihre Chancen nicht konsequent verwerteten. Das ließ sich gegen Leverkusen nicht behaupten, denn bereits nach 9 Sekunden stand es 1:0 für Leverkusen, ein Tor, das »besprochen« war, wie der neue von Redbull Salzburg kommende Trainer Roger Schmidt behauptete, das in Wirklichkeit aber nur durch die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände zustande kam, wobei den Leverkusenern der unbedingte Wille zur Offensive nicht abgesprochen werden konnte. Schon früh setzten sie die verunsicherte Dortmunder Abwehr unter Druck, wo nur Sokratis als unermüdlicher und konsequenter Zweikämpfer die Pläne des Gegners durchkreuzte. Durm hingegen war ein konsequenter Unsicherheitsfaktor und Jojic war zwar bemüht, aber ist technisch einfach limitiert. Reus, der in Stuttgart nach schneller Genesung das erste Mal spielte und so gut wie alle Bälle verlor, konnte sich kaum durchsetzen, weil die Leverkusener das Spielfeld sehr klein machten und kaum Raum für sein Spiel blieb. Dieses Problem hätte man spielerisch lösen können, aber dazu fehlt z.Z. die Form, der die meisten Spieler noch hinterherlaufen. Bei Immobile wurde besonders deutlich, dass die Spielumstellung von Lewandowski auf ihn noch nicht klappte, denn er hatte kaum Ballkontakte. Als Strafraumspieler und »Krieger« wurde er gekauft, aber im gegnerischen Strafraum hielt er sich kaum auf, weshalb alle Flanken der Dortmunder wirkungslos verpufften. Das frühe Tor verunsicherte die Dortmunder sichtlich, und sie brauchten eine halbe Stunde, bis sie anfingen, den Leverkusenern etwas entgegenzusetzen, aber auch als sie in der 2. Halbzeit aufdrehten, gelang es ihnen nicht wirklich, gute Torchancen zu gerieren, und das lag schlicht auch daran, dass Leverkusen nicht nur eine gute Mannschaft hat, sondern auch im Unterschied zu Dortmund an ihrem Limit spielte, und wenn alle Stricke rissen, dann begingen sie ein taktisches Foul, weil der Schiedsrichter dafür kein gelb zeigte. Auch für Bayern hätte die Premiere ins Auge gehen können, aber im Unterschied zu Dortmund kann Bayern seine Verluste besser kompensieren und hatte gegen Wolfsburg einfach das nötige Glück, denn es hätte auch anders ausgehen können, aber dafür hätte Gustavo und Hunt besser in Form sein müssen. Das alles ist aber noch nichts gegen Schalke, die nicht nur im Pokal grandios an dem tapferen Drittligisten Dresden ausgeschieden sind, sondern jetzt auch gleich noch das Auftaktspiel in Hannover vergeigten. Und da am nächsten Spieltag die Bayern kommen, könnten wieder schwere Zeiten für Jens Keller anbrechen. Die zwei Abstiegskandidaten Köln und Hamburg trennten sich mit einem öden torlosen Remis und zeigten, was von ihnen in dieser Saison zu erwarten ist. Zumindest die Kölner Fans seien erstklassig, wird immer wieder betont, weil sie karnevalsmäßig mit Konfetti um sich werfen. Das war aber nichts gegen das Dortmunder Pfeifkonzert in den fünf Minuten der Nachspielzeit.