Die Wahrheit über den 31. Spieltag

Nach dem grandiosen Halbfinalpokalsieg des BVB gegen Wolfsburg und den ganzen englischen Wochen, die die Mannschaft absolvieren musste, war damit zu rechnen, dass die Schwarzgelben gegen die Mainzer platt sein würden, und da die Mainzer noch Ambitionen auf Europa haben, konnte man nicht davon ausgehen, dass die Mainzer es ruhig angehen lassen würden. Es entwickelte sich dennoch ein hochklassiges Spiel, und das ist wirklich erstaunlich, denn der BVB ist wieder in der Verfassung wie in seinen Meisterjahren. Unglaublich schnelles Umschaltspiel, kaum dass sich die Mainzer in der engmaschigen Formation der Dortmunder einen Fehlpass leisteten. Die Mainzer machten sich Hoffnungen, der BVB könnte nach dem so gut wie sicheren CL-Platz vielleicht weniger auf die Tube drücken und war taktisch entsprechend eingestellt. Ihr Spiel war durchaus ansehnlich, weshalb auch insgesamt ein hochklassiges und sehenswertes Spiel zustande kam, in dem Reus wieder seine Hochform bestätigte, die ihn für jeden Trainer der Welt unersetzlich macht. Und schon richten sich begehrliche Blicke auf den Mann, der mit 29 Punkten nur einen Scorer-Punkt hinter Lewandowski liegt, und an 13 der letzten 16 Dortmunder Toren beteiligt war. Und auch Mkhitaryan ist nach einem leichten Hänger wieder da. Erik Durm auf der linken Seite dürfte es in dieser Form Schmelzer schwer machen, diese Position zurückzuerobern. Und auch von Sahin war wieder eine Vorlage zum 2:1 zu sehen, die einfach präzise und genial war. Jetzt kann Dortmund ein CL-Platz nicht mehr genommen werden. Es geht nur noch um den Kampf um Platz zwei gegen Schalke und da haben die Dortmunder die Nase vorne. Und es sieht auch nicht so aus, als ob Klopp die Saison jetzt für beendet erklärt. Das hat schon Guardiola bereut, denn selbst das Spiel gegen den Tabellenletzten Braunschweig geriet zum Holperfußball. Zwar gewannen die Bayern mit 2:0, aber Ribéry bekam gegen den Nobody Omar Elabdellaoui keine Schnitte und schien sich mit einer Laufleistung von gerade mal acht Kilometern für den nächsten Mittwoch gegen Real Madrid zu schonen. Bayern sind gegen Real klare Favoriten und werden voraussichtlich in Madrid auch ganz anders auftreten. Und wie Madrid zu schlagen ist, haben die Dortmunder vorgemacht, als nur das eine Törchen fehlte. Jedenfalls dürfte Real mit dem antiquierten 4-3-3 kaum eine Chance haben, an das Ancelotti durch Ronaldo, Benzema und Bale gebunden ist, denn er scheint es sich nicht erlauben zu können, einen von ihnen auf der Bank zu lassen. Mit Ronaldo und Bale hat er gleich zwei Spieler im Sturm, die versuchen, durch Einzelaktionen ihren Wert unter Beweis zu stellen. Mannschaftsdienlich ist nur Benzema. Das Mittelfeld hingegen ist da dünn besetzt und dürfte gegen die Übermacht von Bayern schlecht aussehen, vor allem, weil die Spitzen kaum nach hinten arbeiten. Kaum zu glauben, dass Real mit diesem Handicap auf den Platz geht, obwohl sie die stärkste Elf der Welt sein könnte. Und auch der Pokalsieg gegen Barca überdeckt diese Schwäche, denn sie gewannen nur durch eine Einzelaktion von Bale.